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debouchirten. Zum erstenmale gewahrte man diese berühmten Krieger, derenglänzende Waffen, reiche Kleidung und treffliche Pferde das Staunen der Republi-kaner erregten. Nach einem kurzen Gefechte wurden sie nach Chobrakit (Chebreis)geworfen, wo sich das Hauptcorps formirte. Inzwischen trafen die Flötisten und dieandern Divisionen ein. Die Armee setzte sich den Nil hinauf zur Aufsuchung desFeindes in Marsch. Man fand ihn vor Chebreis in Schlachtordnung aufgestellt.Murad-Bey mit 4000 Mameluken und einer großen Schaar Türken und Araberstanden hier zum Kampfe bereit.
Als ein hervorstechender Zug von Bonaparte's Genie erscheint die Schnellig-keit , mit welcher er neue Schwierigkeiten durch neue Combinationen zu überwindenverstand. Die Apenninen, die Schluchten Tirols, die Sümpfe von Arcole, dieFlüsse Italiens, die mantuanischen Ebenen erinnerten an jene plötzlichen Einge-gebungen, welche die Nothwendigkeit des Augenblicks seinem mächtigen Geiste ent-lockten. Mit eben derselben Leichtigkeit schuf er die Taktik, welche er dem unge-stümen Muthe seiner neuen Gegner entgegensetzte.
Er formirte seine Divisionen in länglichte Vierecke, in einer Tiefe von vierGliedern, die sich, das Geschütz in den Winkeln und Zwischenräumen, gegenseitigflankirten. Murad stürmt zum Angriffe heran; aber seine tapfern Reiter brachensich an den unerschütterlichen Mauern der Bajonette. Das Kreuzfeuer der Ar-tillerie vertreibt sie vollends vom Schlachtfelde, worauf die bisher unbeweglichenVierecke im Sturmschritte vorrücken, und sich des Lagers von Chebreis bemächtigen.
Die Mameluken verloren 600 Mann, die Franzosen kaum hundert. An dem-selben Tage ward die Flotille, welche mit den Truppen gleichen Schritt haltensollte, durch widrige Winde weit Hinweggetrieben. Mitten unter den türkischenSchiffen lief sie in keine geringe Gefahr; gleichwohl gelang es ihr endlich, sichdurch einen lebhaften Angriff loszumachen, und zum allgemeinen Erfolge mit-zuwirken.
Murad sah ein, daß er nur mittelst Entwicklung aller seiner Streitkräfte dieSieger aufzuhalten vermöge; er beeilte sich daher Cairo zu erreichen. Bonaparterückte ohne andere Hindernisse, als derjenigen der Verpsiegung und der unauf-hörlichen Anfälle der arabischen Reiterei, vor, welche die Flanken seiner Marsch-colonnen umschwärmten, und ohne Erbarmen Alles niederhieben, was sich vondenselben entfernte. Der Bogen, den der Nil bei Wardan bildet, ward umgan-gen, und hierauf zwischen dem Flusse und dem Josephskanal Stellung genommen.Hier fand man Lebensmittel; man sah einem entscheidenden Ereigniß entgegen;alle Anstrengungen, alle Leiden wurden abermals vergessen.
Am 21. Juli mit Sonnenaufgang gewahrte man die feindliche Armee. ZurLinken sah man die Thürme und Minarets von Cairo, und in weiter Ferne amHorizonte die Pyramiden. Hier sollte in Folge eines geschickten Marsches Egyp-tens Schicksal in einem Tage entschieden werden. Beim Anblicke dieser Stadtder Wunder, dieser unermeßlichen Denkmäler einer unbekannten Civilisation, er-hoben sich die Gemüther, die ganze Armee gab ihren Jubel kund, und der Ober-general, stets bereit, sich ähnlicher Empfindungen zu bemächtigen, durchritt die