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beginnen. Aber die Flottille ward durch den seichten Wasserstand zurückgehalten;man wußte nicht, was aus der östlichen Armee unter Ibrahim geworden war,man fürchtete, sie möchte Halt machen und man dadurch zu einer zweiten Schlachtgenöthigt werden; sie war jedoch bereits zersprengt. Unterdessen dauerte die Plün-derung von Cairo fort. Die Palläste der Bcy's wurden in Brand gesteckt. Diebestürzten Ulema's und Scheik's sendeten eine Deputation in das Lager, welche umGnade und Hülfe flehte. Endlich am 25ten Nachmittags hielt Bonaparte miteinem kleinen Theil der Armee seinen Einzug in Cairo; seine Proclamationen, diestrenge Mannszucht der Soldaten, die Sorge, daß alle Lebensmittel theuer be-zahlt wurden, beruhigte die Einwohner, und bald nahm die große Stadt ihr ge-wöhnliches Aussehen wieder an.
Im Besitze der Hauptstadt von Egypten traf der Obergeneral die geeignetenMaßregeln zur Unterwerfung des Landes. Die Division Desair setzte sich unter-halb Gizeh in einem verschanzten Lager fest, um von hier aus Murad zu be-obachten. Mobile Colonnen durchzogen die Umgegend von Cairo, um die Strei-sereien der Araber zu unterdrücken. Drei Truppenabtheilungen marschirtcn nachMansura, Damiette und Suez; Kleber bemühte sich, die Verbindung zwischenAlerandria und dem Nil offen zu erhalten, Bonaparte endlich nahm es auf sich,Ibrahim hinter die Wüste zurück zu werfen, welche Egypten von Syrien trennt.
Der Bey hatte bei Belbeis Halt gemacht, die Franzosen fanden jedoch dieseStellung geräumt. Bei Salhieh, wohin der Obergeneral mit seinem Stäbe und300 Reitern zu einer Recognoszirung vorrückte, stieß er auf 400 Mameluken,welche die feindliche Nachhut deckten. Die Franzosen schritten unverzüglich zumAngriffe; 200 stürzten sich mit Ungestüm auf diese furchtbaren Gegner, welche,weit entfernt zu weichen, sie umringten. Es kam zu einem wüthenden Handge-menge. Bonaparte's Gefolge, die Generale, die Adjutanten, er selbst zogen denDegen. Ihr Beispiel begeisterte die Soldaten und der Sieg neigte sich auf ihreSeite. Ibrahim wich in die Wüste zurück und überschritt die Grenzen Asiens.
Die Expedition nach Egypten zeigte sich bis jetzt unter den glänzendsten Auspi-zien. Geschickte Combinationen und eine entscheidende Schlacht hatten der Armeedie Haupstadt überliefert und die Streitkräfte der Mameluken getrennt, undMurad, zur Unthätigkeit genöthigt, hielt sich auf der Defensive. Noch batte sichjedoch die Pforte nicht ausgesprochen; sie vermied es, den Gesandten des Ober-generals eine Antwort zu ertheilen, und der Unterhändler, welcher die Invasionrechfertigen sollte, war noch nicht zu Constantinopel angelangt. England benützteseine Abwesenheit. Aufgeschreckt durch Frankreichs Theilnahme an dem Welthan-del, bot es Alles auf, den Divan zum Kriege zu stimmen. Seine dringendeBitte und Rußlands Drohungen erschütterten bereits den Sultan, als ein Ereig-niß statt fand, welches aller Ungewißheit ein Ziel setzte.
Nach der Landung der Armee hatte sich der größte Theil der französischenFlotte in den Hafen von Alerandria in Sicherheit begeben. Dort befand sichKleber und man durfte darauf zählen, daß er jeden Angriff zurückzuweisen imStande seyn werde. Nur 18 Schiffe von hohem Bord hatten sich in die offene