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[Band 1.]
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fert des Fußvolkes scheiterte. Murads Streiter hatten trotz ihres ungestümenMuthes keinen Begriff von den europäischen Manövern. Sie griffen in Unord-nung an; die einen, von dem Instinkt ihrer Pferde hingerissen, umschwärmtendie Vierecke, indem sie in dieselben einzubrechen suchten. Andere drangen bis andie Spitze der Bajonette vor, und ließen sich von denselben todten. Manchezwangen voll Wuth ihre Pferde, sich zu bäumen, und stürzten von oben herabauf die Köpfe ihrer feststehenden Gegner. Alles war vergebens; sie sielen, ohnedaß es ihnen gelang, die scstgeschlossenen Glieder der Republikaner zu erschüttern.

Nachdem die ganze Masse sich von Desair auf Reynier, und von diesemwieder auf Desair geworfen hatte, ergriff sie, niedergeschmettert durch einen Hagelvon Kartätschen und Gewehrkugeln in Unordnung die Flucht. Einige warfensich rückwärts in das Lager; Murad, der Alles für verloren hielt, führte denRest nach Gizeh.

So groß ist das Uebergcwicht der europäischen Nationen: Eine abgeschlageneCavalerie-Charge überlieferte Egypten dem französischen Obergeneral und dieMiliz der Mameluken, der edle Rest der Einrichtungen des Mittelaltcrs, in jederBeziehung denRittern jener Zeit vergleichbar, zerstäubte in einem Augenblick vonInfanteristen, welche vor 4 — 5 Jahren in den Dörfern Frankreichs ausgehobenworden waren.

Kaum sah sich Desair von ihrem Angriffe befreit, als er sich zu Murad'sVerfolgung in Bewegung setzte und sich Gizeh's bemächtigte. Bonaparte warfdas Viereck, in welchem er sich befand, zwischen das Lager und die Mameluken,indem er sich an den Nil lehnte, während die Divisionen Bon und Menou dieVerschanzungen stürmten, welche im ersten Anlaufe genommen wurden. Die Nie-derlage der Mameluken, die Unordnung derjenigen, welche sich nach Embabehgeworfen hatten, entmuthigte das Fußvolk; von dieser Seite geschahen kaum 200Kanonenschüsse; alles stürzte in wilder Flucht theils auf der Straße nach Gizeh,wo Bonaparte den Weg versperrte, theils in den Nil, wo Viele den Tod fanden.

Als die Armee des rechten Ufers den Kampf auf dem linken Ufer gewahrte,wendete sie sich zum Gebete. Die Tapfersten bestiegen Schiffe, um an dem Ge-fechte Theil zu nehmen, allein bei ihrer Ankunft war alles bereits entschieden;sie kehrten zu Ibrahim zurück. Die Franzosen richteten die Geschütze des Lagersgegen ihre Flottille und schössen diese in Brand. Bei diesem Anblicke räumte Ibra-him, der Pascha und die Janitscharen die Stadt auf der Straße nach Syrien.Nach dem Abzüge der Araber überließ sich der Pöbel den größten Ausschweifungen.

Die ganze westliche Armee war verschwunden mit Zurücklassung sämmtlicherGeschütze, des Gepäckes und der Zelten. Murad entkam mit 3000 Mamelukennach dem Fayum. Mehr als 10,000 Muselmänner waren gefallen. Auf Seitender Franzosen betrug der Verlust an Todten und Verwundeten kaum 300 Mann.

Am Abend verlegte Bonaparte das Hauptquartier nach Gizeh. Am folgendenTage ließ er die Inseln, welche den Nil in mehrere Arme theilen, nehmen. Manbemächtigte sich derselben mit leichter Mühe und wartete nur die Flottille ab, umdie Armee auf das rechte Ufer überzusetzen und sofort den Angriff auf Cairo zu

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