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[Band 1.]
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Verstärkungen aus dem fernen Osten, und da Coseir der einzige Hasen war,welcher die Verbindung zwischen Arabien und Ober-Egypten herstellte, so bildeteTheben, wo sich die Wege von Coseir an den Nil vereinigen, den Schlüssel derOperationen.

Desair hatte beschlossen, sich nach diesem Punkte zu begeben. Seine kleineArmee, durch 1500 Mann verstärkt, welche ihm Davoust von Cairo zugeführthatte, zählte 4—5000 Combattanten. Da er sich jedoch genöthigt sah, seinenMarsch zu verzögern, um gleichen Schritt mit der Flottille zu halten, so gelangrs seinem Gegner, ihm zuvorzukommen.

Nachdem Murad alle seine Streitkräfte vereinigt hatte, glaubte er zum An-griffe übergehen zu können. Jenseits Samanhut stieß er auf die Franzosen, welchedrei Vierecke formirten, die Infanterie auf den Flügeln, die Reiterei in der Mitte.Murad suchte sie zu umringen; sein Fußvolk benützte einen trocknen Kanal undschlich sich nahe an dieselben heran. Allein ehe die Franzosen von den feindlichenKugeln erreicht wurden, warf Desair eine Schwadron und einige Compagnien Kern-truppen auf dasselbe, sprengte sie auseinander und bemächtigte sich Samanhuts.Jetzt ward das Gefecht allgemein; der Feind suchte die Vierecke zu sprengen, undgleichzeitig das Dorf wieder zu nehmen; er scheiterte jedoch auf allen Punkten.Endlich setzte sich die französische Reiterei zum Angriffe der Mameluken in Be-wegung, welche der Scheik nicht abwartete. Die arabischen Bcy's und Scheikssiüchtctcn sich in die Thäler von Coseir, Akmin und Esne. Murad allein be-hauptete sich an den Usern des Nils.

Desair versäumte nichts, um diesen unternehmenden Häuptling weiter zurück-zudrängen; er verfolgte ihn ohne Unterlaß, indem er allmählig Stellung nahmbei Theben, Esne und Asuan; er verdrängte ihn endlich ganz aus Egypten,bemächtigte sich der Insel Philä, und pflanzte die französische Fahne auf denCatarakten des Nils auf.

Auf solche Weise überlieferte der Sieg bei Samanhut den Franzosen Ober-Egypten , gleichwie derjenige bei Sediment sie in den Besitz von Fayum gesetzt hatte.Dadurch, daß die Bey's von einander getrennt worden, sanken sie zu der Rollevon Parteiführern herab; gleichwohl setzten sie den Krieg mit unermüdlicher Thä-tigkeit fort. Ihr ganzes Streben war hinfort darauf gerichtet, sich zu vereinigen,fo wie dasjenige der französischen Generale, sie fortwährend getrennt zu erhalten.Trotz ihrer vollkommenen Kenntniß des Terrains vermochten sie keine gänzlicheVereinigung mehr zu bewirken, und wurden jedesmal geschlagen, so oft sie mitden Franzosen zusammenstießen.

Murad warf sich in die Wüste, um auf dem rechten Nil-Ufer Siout zu er-reichen, welches Punktes sich die Araber bemächtigt hatten. Desair eilte ihmnach, erreichte ihn bei Luror, sprengte seine Truppen auseinander, und warfihn mit 150 Reiter, welche ihm allein zu folgen vermochten, über den Fluß zu-rück. Seine Niederlage zog auch diejenige der Bey's von Esne nach sich, derihm entgegen gezogen war, und von dem Sieger über den Haufen geworfenwurden. Dcsaix's Erfolg war dießmal theuer erkauft; bei seiner Conzentrirung