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Der Herzog von Aork hatte jetzt 35 — 40,000 Mann unter seinen Befehlen;er beschloß, nicht unthätig zu bleiben und setzte sich zur Bezwingung von Nord-Holland in Bewegung. Nachdem er Abercrombie mit 7000 Mann nach Horn,einen kleinen Hafen der Zuiderzee, jenseits der Polders, geworfen hatte, dirigirteer drei Colonnen gegen die drei Dämme, welche die französisch-batavische Armeedeckten. Seine Absicht gieng dahin, sie entlang dem Meere zu überragen, undgegen die Polders und das Corps unter Abercrombie zurückzudrängen und siezwischen zwei Feuer zu bringen.
Der rechte Flügel der Verbündeten, befehligt von den Generalen Herrmann undEssen (9000 Russen und 2400 Engländer) rückte aus dem Zijper-Deiche gegenVandamme's Verschanzungen, nahm diese und schlug die französische Division bisüber Bergen hinaus zurück; Dandamme warf sich in die Gebüsche links von derStraße. Dieser Erfolg machte die russischen Generale übermüthig. In der Mei-nung, sie seyen allein im Stande, den Sieg zu entscheiden, nahmen sie Bergenzum Stützpunkte und entwickelten sich rechts und links von diesem Dorfe, in derAbsicht, die französische Division von dem Obcrgcneral abzuschneiden.
Zur selbigen Zeit hatte Pultcney das Feuer gegen Daendcls begonnen; derHerzog von Aork, welcher sich ihm mit seinem rechten Flügel über Schoorldamanschließen sollte, stieß bei seiner Bewegung aus hartnäckigen Widerstand, undward von Dumonceau jenseits des Canals von Alkmaar festgehalten.
Dadurch bildete sich eine breite Oeffnung zwischen der Mitte und dem rechtenFlügel der feindlichen Armee, deren Besetzung über das Schicksal des Tages ent-scheiden mußte.
Rasch und mit richtigem Blicke richtete Brune seine Hauptanstrengungen aufdiesen Punkt. Unbekümmert um die Fortschritte Pulteney's, nahm er einen Theilder Division Daendcls und dirigirte sie nach der Mitte, von wo eine AbtheilungDumonceau's sich über den Canal in den Rücken Herrmanns wenden mußte. So-fort stellte er sich selbst an die Spitze der Reserve und führte diese der russischenColonne in die Flanke.
Diese klugen Maßregeln wurden unterstützt durch Vandamme's hartnäckigenWiderstand. Zweimal hatte dieser die Angreifenden in Unordnung gebracht; so-bald er erkannte, daß man ihm zu Hülse eile, ergriff er kühn die Offensive;Hcrrmann übersah jetzt seine Lage und gewahrte die Gefahr, eingeschlossen zuwerden. Gleichwohl verlor er die Fassung nicht. Unverzüglich traf er Anstalten,sich in Bergen zu conzentriren, bis Aork zu seiner Befreiung heran käme; denGeneral Essen entsendete er mit einer Brigade gegen seinen rechten Flügel nachden Dünen, um Dumonceau aufzuhalten. Diese Vorkehrungen scheiterten jedochan der Tapferkeit der Republikaner. Dumonceau wendete sich rechts, umgiengEssen, sprengte ihn auseinander und ließ seine Trümmer bis in den Zijper-Deichverfolgen; er selbst setzte seine Bewegung gegen Bergen fort, das sofort von allenSeiten eingeschlossen und angegriffen wurde. Das feindliche Geschütz ward genom-men und nach einem hartnäckigen Kampfe mußte Herrmann das Gewehr strecken.
In diesem Augenblicke hatte Aork endlich den Canal von Schoorldam passirt.