299
irgend entbehrlichen Truppen in Hacken auf und war daher außer Stande, nachandern Punkten Unterstützung zu senden.
Während dieser Krisis des Kampfes traf die erste Borhut zugleich mit denvon Torre di Garofalo kommenden Truppen auf dem Schlachtselde ein. Die Con-sular- Garde mußte gegen Villa-nuova und li Poggi vorgehen; Monnier erhieltdie Richtung auf Castcl-Ceriolo. Letzterer ließ 2400 Mann gegen das Dorf rücken,welches eine dort zurückgelassene schwache österreichische Abtheilung nach un-erheblichem Widerstände räumte. Allein kaum hatte Ott dies bemerkt, als er5 Bataillone des zweiten Treffens zurücksendete, denen die Wiedereroberung desDorfes beinahe eben so schnell wieder gelang. Monnier besetzte die dortigen Wein-gärten, um gegen Reiteranfälle gesichert zu seyn.
Bald nachdem die österreichischen Grenadiere jenseits des Fontanone festenFuß gefaßt, gelang dies auch 3 weitem Bataillonen bei La Barbotta, und dieganze feindliche Linie, durch das lange, äußerst heftige Gefecht erschüttert, begannzu weichen. Ohne Zögern überschritten die Oesterreicher den Bach auf mehrerenPunkten und ihr schnell vorgebrachtes Geschütz überschüttete den Feind mit einemsolchen Kugelregen, daß der mit Ordnung angetretene Rückzug bald in Fluchtauszuarten drohte; Bonaparte's Hoffnung, den andrängenden Strom einigermaßenaufzuhalten, beruhte nur noch auf seiner Garde, die um diese Zeit halbwegszwischen li Poggi und Castel - Ceriolo angelangt war. Ein Angriff von Otts Rei-terei scheiterte an der unerschütterlichen Haltung dieser Kerntruppen; als abereinige Bataillone derselben Colonne heranrückten und mit den französischen Gre-nadieren ein Feuergefecht begannen, gelang es, vier von Marengo heranspren-genden Schwadronen unter dem Obristen Frimont, sie im Rücken anzufallen undnach der hartnäckigsten Gegenwehr auseinander zu sprengen.
Mit diesem glücklichen Angriffe war der Widerstand der Franzosen fast gänz-lich gebrochen und sie wichen, mehr oder minder aufgelöst, gegen Sän Giulianozurück.
Zur Rechten hatte O'Reilly bei Cassina-Bianca ein Bataillon zum Niederlegender Waffen genöthigt und hierauf den Marsch gegen Frugarolo fortgesetzt, wo erStellung nahm. Da Ott auf dem Wege nach Salö keinem Feinde begegnete,so wendete er sich rechts über Villa-nuova gegen La Ghilinna. Die Verbindungzwischen O'Reilly und Ott unterhielten 3 Bataillone und 4 Schwadronen alsVorhut der Hauptcolonne; diese selbst folgte der allgemeinen Vorrückung in fol-gender Ordnung: 1) 8 Bataillone, 6 Schwadronen, von General Zach, demChef des Generalstabcs, geführt; 2) tausend Schritte hinter diesen 9 Bataillo-nen, 12 Schwadronen; 3) als Reserve 6 noch intakte Grenadier-Bataillonessämmtliches Fußvolk auf der großen Straße, die Reiterei links derselben, rechts3 Bataillone in der Richtung von Spinetta Casinagiossa.
Melas, dem zwei Pferde erschossen worden waren, begab sich erschöpft undleicht verwundet nach Alessandria, in der Ueberzeugung, daß die Schlacht ge-wonnen sey; auch die Generale Haddik und Lattermann nebst mehreren höherenOffizieren hatten wegen schweren Wunden ihre Abtheilungen verlassen müssen.
Plan desSchlacht-feldes vonMarengo
2 .