323
dronen, wendete sich gegen Augsburg. Sie traf bei Wertingen ein, als Muratan der Spitze von 3 Reiterdivisionen in das Städtchen einrückte. Sogleich kames zum Gefechte.
Das kaiserliche Fußvolk bildete ein Viereck und auf jedem gegen die Franzosengekehrten Ecke stellten sich 2 Schwadronen auf. Murats Dragoner griffen dieseReiterei mit Wuth an, die sich jedoch, durch ein furchtbares Feuer unterstützt,mit Nachdruck vertheidigte. Endlich wurden die österreichischen Kürassiere ge-worfen, das Viereck durchbrochen und bei der Ankunft der Grenadiere Oudinoi'süber den Loch zurückgeworfen. Die Flüchtigen suchten sich bei Aichach wieder zusammeln, als Soult herankam und die Trümmer dieser Colonne vollends auseinander sprengte.
Am folgenden Tage nahm Soult Besitz von Augsburg. Marmont und Da-voust lösten ihn bei Aichach ab; die Garde und die großen Parks richteten ihrenMarsch auf Augsburg.
Unterdessen eilte die kaiserliche Armee von allen Seiten zur Eonzentrirungunter den Kanonen von Ulm herbei; der rechte Flügel hatte bereits Stellung beiGüntzburg genommen, während gerade hier Ncy seine Vereinigung mit den aufdem rechten Ufer befindlichen Corps bewerkstelligen sollte. Hier galt es, einenjener kurzen Momente zu ergreifen, die nicht wiederkehren, wenn man sie unbe-nutzt entschlüpfen läßt. Ney mußte vernichtet und das linke Ufer frei gemachtwerden. Mack entschloß sich zu spät hiezu; er beauftragte den Erzherzog Ferdi-nand, über den Marschall herzufallen, während er selbst sich gegen Burgauwendete, um den Rest des feindlichen Heeres abzuhalten. Allein schon befandensich Murat von der einen, Ney von der andern Seite im Marsche, um dieVerbindung unter sich zu eröffnen.
Der Erzherzog hielt nicht Stand gegen die 4 Divisionen, welche zu besiegener beauftragt war; die Brücke von Güntzburg ward von den Franzosen genommen,die Kaiserlichen verloren 2000 Mann und Mack, durch Murat's Ankunft in derFront und Flanke bedroht, räumte Burgau und zog sich in seine Verschanzungenzurück.
Dieses Gefecht war entscheidend. Nachdem in Folge desselben die französischeArmee festen Fuß auf beiden Donauufern gefaßt hatte, sahen sich die beidenfeindlichen Generale gänzlich getrennt. Der eine wich ohne Kampf auf seineVerstärkungen zurück; der andere, dem seine Rückzugslinie abgeschnitten war,hatte von dem Waffenglücke nichts mehr zu erwarten.
Napoleon machte Front gegen beide. Bernadotte und Davoust setzten sich zurVerfolgung Kienmayers in Bewegung, warfen ihn über die Jller zurück undsetzten den Churfürsten von Barern (11. Oktober) wieder in seine Hauptstadt ein.
Ncy, Murat, Lannes, Marmont und Soult entwickelten sich auf beidenUfern des Flusses gegen Mack und begannen die Berennung von Ulm. Die Gardewar auf der Straße von Augsburg als Reserve im Marsche.
Mack's Lage war vcrzweiflungsvoll. Eine Schlacht liefern, die eiserne Mauer,welche ihn umgab, durchbrechen, gieng über seine Kräfte. Daher versuchte er,obwohl vergeblich, mittelst Umgehung der äußersten Flügel, zu entwischen.
Plan derUmgcqcndvon Ulm.