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[Band 1.]
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Murat's Demonstrationen vor seiner Front hatten ihn getäuscht; daher trafer Anstalten, das ihm wohlbekannte Gebiet zwischen der Donau und dem Rhein zuvertheidigen, als er erfuhr, daß die französischen Colonnen sich bereits in seiner rechtenFlanke in die Engpässe der rauhen Alp geworfen hatten. Er schloß hieraus, ihreAbsicht gehe dahin, sich bei Ulm zu conzentrircn; daher beeilte er sich, eine Front-veränderung, den linken Flügel vor, auszuführen und sich entlang der Donauvon Riedlingen bis Ulm aufzustellen, welchen Platz er für bedroht erachtete.

Allein auch dießmal täuschte er sich über die Absicht der feindlichen Armee.Während er sich in Bewegung setzte, um gegen sie Front zu machen, wendete siesich links und stürzte sich gleich einem Waldstrom von den Gipfeln der rauhenAlp in das Donauthal herab: Davoust über Dünkelsbühl nach Oettingen, woer sich an Bernadotte anschloß; Soult, die Garde, das Hauptquartier und Muratüber Aalen auf Nördlingen; Lannes über Gmünd auf Nercsheim; endlich Neyüber Geißlingen auf Heidenheim.

Auf solche Weise standen beide Armeen in Folge einer gleichzeitigen Bewegungparallel; allein der rechte Flügel der Kaiserlichen correspondirte dem rechten ihrerGegner und die Mitte und der linke Flügel der letztern hatten den Raum vorsich, der zwischen Mack und Kienmayer leer blieb. In diesen leeren Raum, dennur wenige Truppenabtheilungen deckten, beschloß Bonaparte einzudringen. DieDonau sollte forcirt, die Linie des Lech gewonnen und 100,000 Bajonete zwischenden Obergcneral und seinen Unterbefehlshaber geworfen und der eine an den unternJnn gedrängt, der andere zwischen der rauhen Alp, den tyroler Bergen und denschwäbischen Alpen eingeschlossen werden.

Noch nie hatte sich die Kriegskunst zu höheren Combinationen erhoben. Ney,unterstützt durch eine Division von Soult, stellte sich mittelst einer Viertelsschwen-kung mit dem rechten Flügel bei Heidenheim, mit dem linken bei der Brücke vonGüntzburg in Schlachtordnung.

Auch setzt noch dauerte die Schwenkung um Ncy fort. Soult's beide andereDivisionen eilten auf Donauwerth, wo sich nur ein einziges feindliches Regimentbefand; die Stadt nebst der Brücke ward genommen und unverzüglich auf dasrechte Lechufcr übergegangen. Am folgenden Tage folgten Murat, Napoleon undLannes der von Soult gebrochenen Bahn und in den nächsten Tagen überschrittenMarmont und Davoust die Brücke bei Neuburg, Bernadotte mit den Baiern die-jenige bei Jngolstadt.

Auf dem rechten Donau-Ufer angelangt (6ten October) gieng die nächsteSorge dahin, sich den Uebergang über den Lech zu versichern. Während am7ten October Soult gegen Augsburg marschirte, nahm Murat die Brücke beiRain, Lannes folgte ihm und beide entwickelten sich an der Zusam, in der Ab-sicht, durch die Besetzung von Zusmarshausen die Straße nach Ulm zu durch-schneiden.

Auf die Nachricht von der Wegnahme von Donauwerth beschloß Mack, wenig-stens den Lech streitig zu machen; sein rechter Flügel besetzte Güntzburg und Burgau,und eine Colonne von 12Grenadier-Bataillonen, flankirt durch 4 Küraffier-Schwa-