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[Band 1.]
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zum adriatischen Meere siankirten; Mortier auf der Straße nach Stein, Keller-mann auf Budweis, Baraguey d'Hilliers auf Pilsen folgten seiner Bewegung,indem sie die Verbindungen nach Böhmen beobachteten.

Nach dem Uebergange über die Enns machte das österreichisch-russische Corpsbei Amstetten Halt (6. November). Murat, der dessen Stellung recognoszirthatte, sah sich genöthigt, die Ankunft der Grenadier-Division Oudinot abzuwarten.Als dieser deployirte, begann das Feuer auf der ganzen Linie; allein der Feindleistete hartnäckigen Widerstand und ward erst nach einem Bajonet-Angriff, derihn 2000 Mann kostete, zum Weichen gebracht.

Dieser Stoß bestimmte die verbündeten Generale, die Deckung von Wien auf-zugeben ; sie überließen die Vertheidigung der Hauptstadt dem Corps des GeneralsMeerfcld und passirten die Brücke bei Stein, um sich bei Krems zu conzentriren.Diese Bewegung beunruhigte Napoleon. Durch Murats unbefugtes rasches Vor-rücken ward Mortier blosgegeben. Er war gegen denselben Punkt im Marsche;die Feinde benützten diesen Umstand und ein Zusammenstoß mit ihren Massenwar unvermeidlich. Seine Niederlage konnte Kutusvw nach Linz zurückführenund dadurch die große Armee zu einigen Märschen rückwärts genöthigt werden.In Erwartung der Ereignisse näherte sich Soult und Bernadotte dem PunkteMölk, wo sich das Hauptquartier befand, und Davoust machte Halt bei Lilienfeld.

Mortier hatte ein heftiges Gefecht zu bestehen. Als er am 10. NovemberAbends bei Dürrnstein mit der Division Gazan anlangte, erfuhr er, daß sichder Feind mit beträchtlichen Streitkräften am Ufer der Donau zeige. Gleichwohlsetzte er seinen Marsch fort, nachdem er seiner zweiten Division, Dupont, be-fohlen hatte, den Marsch zu beschleunigen und sich ihm anzuschließen. Am Früh-morgen des folgenden Tages (11.) sah er sich von 30,000 Bajonetten eingeschlossen.Die verbündeten Generale hatten diese Zahl zu seiner Vernichtung für hinreichenderachtet. Den ganzen Tag hindurch hielt er mit bewundernswerther Kaltblütigkeitdie wüthendsten Angriffe aus. Zweimal schienen die Verbündeten den Sieg ge-fesselt zu haben, eben so oft sahen sie sich denselben durch die Tapferkeit derfranzösischen Bataillone wieder entschlüpfen. Ihre Offiziere stürzten sich blindlingsin den Kampf, um einen Marschallsstab zu erobern. 3 Generale und gegen 4000Mann fielen und in der Nacht war der Sieg noch nicht entschieden, als Dupontauf dem Schlachtfelde anlangte und der Kampf ein Ende nahm. Der Verlustder Franzosen betrug über 3000 Mann.

Inzwischen waren Murat und Lannes rasch auf Wien gerückt, wo sie ohneWiderstand ihren Einzug hielten. Meerfeld hatte die Stadt geräumt, ohne dieBrücken zu zerstören; Lannes bemächtigte sich derselben und seine Grenadieredefilirten unverzüglich gegen Stockerau.

Kutusow, auf beiden Flanken bedroht, wich gegen Znaym zurück, um sichseinen Reserven zu nähern und nahm Stellung auf den Höhen zwischen Gunders-dorf und Hohebrunn. Seine Nachhut ward durch Murat lebhaft gedrängt, alser zu parlamentircn verlangte. Es kam zu einigen Verhandlungen, weil jedochNapoleon diese nicht für ernstlich gemeint hielt, befahl er anzugreifen. Soult,