Band 
[Band 1.]
Seite
331
JPEG-Download
 

_ 551 _

Lannes und Murat rückten gegen die feindliche Stellung vor (16. November),nahmen diese nach einem 7stündigen blutigen Kampfe und brachten dem Feindeeinen Verlust von 2000 Gefangenen und mehreren Geschützen bei.

Hinter den 3 siegreichen Marschallen rückte in zweiter Linie vor: Davoust,der, nachdem er Meerfeld über die March zurückgeworfen hatte, bei NicolsburgHalt machte; ferner Bernadotte, der über die Brücke bei Stein sich auf Znaymbewegte; endlich Mortier, der als Reserve zu Wien blieb.

Die Entwicklung solcher Streitkräfte benahm den verbündeten Generalen jedeAussicht auf einen günstigen Erfolg; sie setzten ihren Rückzug bis nach Mährenfort. Man verfolgte sie, erreichte ihre Nachhut bei Pohrlitz und warf sie so rasch,daß es ihnen nicht mehr möglich war, eine Besatzung nach Brünn zu werfen,dessen sich die Franzosen bemächtigten.

Kutusow setzte seinen Rückzug bis Ollmütz fort. Hier zog er seine Reservean sich, organisirte seine Armee aufs Neue und machte Front, in der Absicht,die Offensive wieder zu ergreifen.

Als er mit seinem rechten Flügel Znaym verließ, trennte er sich von demösterreichischen Corps, welches Böhmen besetzt hatte. Bernadotte füllte sogleichden Zwischenraum aus, und indem er Jglau und Deutschbrod besetzte, machte erdie Vereinigung zwischen dem Erzherzog Ferdinand und dem Obergeneral unmöglich.

Zur Rechten echellonirte sich Davoust bis an die March und kam dadurchzwischen den Obergeneral und die Colonnen Meerfelds und den in Ungarn aus-gehobenen Truppen zu stehen.

Am 24ten November wurde im Hauptquartier der Verbündeten der Beschlußgefaßt, die französische Armee in ihrem Lager bei Brünn anzugreifen. Der Kaiservon Oesterreich und von Rußland, nebst dem Großfürsten Constantin, welchedem Grafen Kutusow den Oberbefehl übertragen hatten, genehmigten diesen Ent-schluß und am 27ten November setzte sich die verbündete Armee von Ollmützgegen Brünn in Bewegung.

Am 28ten November stießen die beiderseitigen Vortruppen auf einander unddie Franzosen zogen sich nach einigem Verluste vor der Uebermacht der Russenauf der Hauptstraße gegen Brünn zurück. An diesem Tage ertheilte Napoleonden Befehl zum Aufbruche aus den Cantonirungcn. Der Rückzug der Franzosengegen Brünn ermuthigte den feindlichen Feldherrn und er beschloß, Napoleon aufseinem rechten Flügel zu umgehen und zugleich den eigenen rechten zu versagen.

Dadurch hoffte er, den Sieg erfolgreicher zu machen, den Feind in das böhmischeGebirge zu werfen und ihm die Verbindung mit Wien abzuschneiden.

Am Abende des Iten Dezembers war die Stellung der Verbündeten folgende:

Die erste Colonne, 24 Bataillone unter Doctorof, hatte sich über Wazan, W"» derScharalitz nach den Höhen von klein Hostieradek (a a) begeben und war dort in bei2 Treffen aufmarschirt. Aujesd ward von diesen Truppen besetzt. tn? ’

Die zweite Colonne, 16 russische Bataillone, 2 Schwadronen unter Langeron,waren über Austerlitz, Krzenowitz, Sbedszow rechts neben die erste Colonne mar-