531
und Brod beschränkt sah, während die Franzosen im Besitze der Magazine vonNaumburg in Ueberfluß lebten.
Davoust's Corps stand an demselben Tage (13.) zwischen Flemmingen undNaumburg (L,e,st) und hielt das Defilee von Kosen mit 2 Bataillonen be-setzt. Am 14ten Oktober Morgens um 3 Uhr erhielt Davoust die Befehle desKaisers, datirt aus Jena vom 13ten, Nachts 10 Uhr, welche ihm vorschrieben,über Apolda in den Rücken des Feindes vorzudringen, wobei Napoleon voraus-setzte, er habe die Hauptmasse vor sich. Dem Marschall Bernadotte stellte Na-poleon frei, entweder gemeinschaftlich mit Davoust zu operiren, oder über Dorn-berg sich der Armee des Kaisers zu nähern. Bernadotte entschied sich nebst Muratfür letzteres und somit ward Davoust seinen eigenen Streitkräften überlassen. Ertraf ohne Zögern seine Anstalten, um das Defilee von Kosen noch vor der An-kunft der Preußen passirt zu haben, während Bernadotte in den Rücken derselbenzu manövriren ersucht wurde.
Am Morgen des 14ten Oktobers ertheilte Braunschwcig den Befehl, die Armeesolle links abmarschiren, die Division Schmettau auf der Straße nach Kosenmit Besetzung der dortigen Höhen. Die zweite und erste Division sollten sich hinterSchmettau weg auf Freiburg ziehen und dort die Unstrut passiren; die Reservesich über Eckardtsbcrge und Laucha dirigiren und dort die Unstrut überschreiten;sämmtliches Gepäcke war an die Reserve gewiesen.
Da die Straße von Naumburg nach Weimar durch Kösen und über die dortigeBrücke führt und dieß der einzige fahrbare Weg war, um nach Apolda zu ge-langen, so suchte Davoust vor allen Dingen das Plateau von Hassenhausen zugewinnen. Am I4ten Oktober, Morgens um 6 Uhr, passirte die Division GudinCb &) die Saale auf der Brücke von Kösen, während die 2 Bataillone, welchedie Nacht über das Defilee von Kösen besetzt hatten (««0, dieses rasch hinter-legten und von einer Schwadron begleitet, auf das Plateau (ee) rückten. DieDivisionen Morand (c) und Friant (<i) folgten der Division Gudin.
Der König, welcher sich bei der Division Schmettau befand, sendete den Ge-neral von Blücher mit 25 Schwadronen und einer reitenden Batterie voraus, umdie etwa vorgerückte französische Reiterei zurückzuwerfen. Morgens um 6 Uhrsetzte sich Blücher in Marsch und ihm folgte die Division Schmettau unmittelbar;auch hier, wie bei Jena, deckte ein dichter Nebel die ganze Umgegend.
Sobald Davoust an der Spitze seiner Colonne das Defilee passirt hatte, sendeteer eine Abtheilung Reiterei vor (f), um Nachrichten vom Feinde einzuziehenund wo möglich einige Gefangene zurückzubringen. Diese Abtheilung stieß aufBlüchers Reiterei (/1), fiel diese an und machte zwar einige Gefangene, wardaber von Blücher geworfen und zog sich hinter die französische Brigade Gauthierzurück, welche rechts und links an der Straße vorrückte (#</) und eiligst Vier-ecke formirte, während ihre Artillerie die herantrabende preußische Reiterei lebhaftbeschoß. Diese hielt das gegen sie gerichtete Feuer nicht aus und wich bis indie Stellung (JJ) zurück, wobei sie einen Theil ihrer reitenden Batterie verlor.
46