Band 
[Band 2.]
Seite
575
JPEG-Download
 

Oesterreich einen künftigen ausgezeichneten Feldherrn verkündigten, mit seinerBrigade, den tapfern ungarischen Infanterie-Regimentern Hitler und HieronimusKolloredo rechts von Podubiue gegen den Morast vorzurücken und an einer Stelle,welche minder tief und gefährlich schien, das Hindurchdringen zu versuchen. DerPrinz ließ hierauf ein Bataillon von Kolloredo durch den Morast gehen. Bisan die Knie im Schlamm watend, gelangte es unter dem schrecklichsten Feuerdes feindlichen Geschützes an den Fuß der Höhe und fing an, sie zu stürmen.Der Angreifenden waren es jedoch zu wenig und die tapfern Ungarn mußtenzurückweichen. Indessen wurde durch diesen Angriff doch der Zweck erreicht, wes-halb er unternommen worden. Reynier, den günstigen Augenblick ergreifend, ließdie sächsischen Regimenter leichten Fußvolks auf seinem linken Flügel vorrücken,und die Höhen noch einmal angreifen. Zu gleicher Zeit ließ Reynier die ihmbeigegebenen österreichischen Infanterie-Regimenter auf seiner rechten Flanke vor-rücken. Da dem General Lilienbcrg das Pferd unter dem Leibe erschossen wurdeund er sich bei dem Sturze beschädigt hatte, so stellte sich der treffliche GeneralBianchi an die Spitze der Brigade und führte sie im heftigsten Feuer gegen denFeind. Die Ungarn drangen frisch gesammelt vorwärts, die Höhen wurden ge-nommen und behauptet.

Die russische Reiterei versuchte zwar, dieses Fußvolk in der rechten Flankezu überflügeln; aber nun stürzte sich die sächsische Reiterei ihr von vorne ent-gegen und die 2 österreichischen Regimenter leichter Pferde nahmen sie in derrechten Flanke, worauf die russische Reiterei hinter ihr Fußvolk geworfen wurde.

Dieser Angriff entschied das Treffen. Denn als Tormassow sah, daß dieReiterei der Verbündeten rasch gegen die Straße nach Kobryn vordrang undsomit die Linie seines Rückzuges bedrohte, so entschloß er sich, das Schlachtfeldzu räumen; mit dem Einbrüche der Nacht schwieg das Feuer und die Russenzogen sich in guter Ordnung nach Kobryn zurück. Am frühen Morgen des 13tenrückte die Reiterei der Verbündeten gegen Kobryn vor, welches die russischeNachhut vertbeidigen zu wollen schien. Aber einige rasche Angriffe der Reiterei,von Geschütz unterstützt, bewogen die Russen, Kobryn zu verlassen, sich über dieMnchawiecz zurückzuziehen und dem Rückzug der Hauptmacht gegen Dywin undRatno zu folgen.

In dem Treffen bei Horodcczna hatten die Russen 4000 Mann Todte und Ver-wundete. Der Verlust der Sieger bclief sich auf nahe an 3000 Mann, worun-ter der größere Theil Sachsen war. Aber ein Tag frühern Unfalls bei Kobrynwar gerächt, Reynier hatte seinen alten Ruf hoher Feldherrengaben glänzendbehauptet, Schwarzenberg aber Napoleons Vertrauen gerechtfertigt.

Einnahme von Moskau.Rückzug der französischen Armee.

Wir wenden uns wieder zur Hauptarmce. Die Schlacht an der Moskowa