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Diesen konnte man nicht mehr erwarten, ohne eine förmliche Schlacht zu ristirenund eine Schlacht war nicht zu wagen, bevor man sich nicht der Brücken überden Dnieper bemächtigt hatte.
Napoleon voll Vertrauen auf die Entschlossenheit Ney's, der von der Schlachtbei Borodino mit dem Titel eines Prinzen von Moskau war beehrt worden, gabBefehl nach Orsza abzumarschiren.
Zu Smolensk hatte Marschall Ney nach dem Abzüge des übrigen HeeresOrdre gegeben, die Vorstadt am rechten Ufer des Stromes zu verlassen und sichdrüben in der Stadt selbst zu concentriren. Kaum war dieß geschehen, so brachenPlatows Kosaken in die Vorstadt, besetzten das Ufer und konnten nur mit Müheabgehalten werden, selbst in die Stadt hinüber zu dringen. An mehreren Stellenabwärts setzten sie jedoch über den Strom und fielen über die sich zum Abzugbereitenden Truppenabtheilungen her.
In der Stadt befanden sich außer den noch kampffähigen Soldaten an 20,000Verwundete, Kranke, Entkräftete, Weiber und Kinder, die man der Gnadedes erbitterten Feindes zu überlassen genöthigt war. Ihr Anblick erregte Mitleidund Grausen. Aber ihre Rettung war eine Unmöglichkeit geworden. Um Mitter-nacht vom löten auf den 17ten brach endlich auch der Marschall mit den Sei-nen auf zum Abzüge aus einem Orte, wo aller Hoffnung so grausam getäuschtworden war. Die Ueberbleibsel der Division Ledru bildeten die Nachhut. Kaumwar diese hinaus, so erhob sich ein schreckliches Getöse, ein Blitz erleuchtete dieFinsterniß der rabenschwarzen Nacht, und eine Fcuersäule stieg zum Himmelempor, zerrissenes Gemäuer weit umher schleudernd. Von den hohen Bergen,welche den Lauf des Dniepers bekränzen, hallte der Donner einer Pulverentladungin furchtbaren Schlägen zurück. Bald folgten mehrere derselben in abgemessenenZwischenräumen, und schon waren die letzten Franzosen über eine Stunde Wegesentfernt, als sie noch immer aus dem brennenden Zeughause glühende Kugelngegen den Himmel steigen sahen. Smolensk stand in Flammen.
Inmitten dieser furchtbaren Katastrophe setzte Platow mit seinen Kosaken überden Dnieper, sprengte mitten durch die Flammen, um die Franzosen zu verfol-gen. Aber sie waren bereits weit voraus. Zahlreiches Geschütz, das jenseitsSmolensk verlassen stehen geblieben war, und ein langer Zug von Wagen, meistbeladen mit Beute aus Moskau und andern geplünderten Städten, tröstete in-dessen die Kosaken über den Schmerz, daß sie den gänzlichen Untergang einer sobedeutenden Stadt nicht hatten hindern können; und was noch von Wuth inihnen war, ließen sie an den armen Verwundeten und Kranken aus, die ohneBarmherzigkeit fast alle niedergestochen wurden.
Am 17ten hielt Ney sein Nachtlager auf den rauchenden Resten einesDorfes fünf Stunden von Krasnoi und am 18ten früh brach er wieder auf,um über die Trümmer des Gepäckes des vorangezogenen Heeres hin, und aufden Spuren eines grauenvollen Elendes nach Krasnoi zu ziehen. Ein hef-tiger Donner des Geschützes, der am gestrigen Tage vernommen worden und dienicht geheimgeblicbene Kunde von den Begebenheiten der verflossenen Tage, er-
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