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Mittlerweile sandten Ney und Boyer Offiziere um Offiziere an Napoleon,um ihm anzuzeigen, daß sie zu Gründe gehen müßten, wenn er nicht bald Ver-stärkungen sende. Das bestimmte den Kaiser, den Marschall Mortier und die ebeneintreffende Division Charpentier gegen Heurtebise (I. H.) vorrücken zu lassen,und den General Laferriere mit 12 Eskadronen der Garde (6.) zu detachiren,um Rebcval zunächst zu unterstützen.
Im selben Moment aber ergriff Woronzow die Offensive. Man machte einenGesammtangriff (Swarikin voran) auf die Divisionen Meunier, Curial und Boyerde Rcbeval, sprengte die Stellung derselben und verbreitete solchen Schrecken, daßdie stichenden Colonnen erst im tiefern Gehölze sich wieder zu fassen und zu sam-meln vermochten. Umsonst suchte die eben einrückende Cavalerie Laferriere's demAngriff Einhalt zu thun, auch sie mußte wenden, ihr General aber stürzte tödtlichverwundet vom Pferde.
Bis jetzt waren die Russen unbestritten im Vortheil geblieben; ihre Stellungwar trefflich. Nun aber lief von Blücher, der sich überzeugt hatte, daß Winzi-gerode's Mission als verfehlt zu betrachten wäre, und befürchtend, den Gene-ralen Sacken und Woronzow möchte dem Kaiser gegenüber ein Unglück begegnen,der Befehl ein, den Kampf abzubrechen und die Truppen von der kette nach kaonzurückzuführen.
Sacken ließ seine Infanterie auch sogleich den Weg dahin antreten und über-antwortete die Ordre des Feldmarschalls dem General Woronzow. Doch dieser,der den Werth seiner Stellung aus einem sechsstündigen Kampfe kennen gelernthatte, konnte sich kaum entschließen, dieselbe zu verlassen. Dreimal mußte Sacken,welcher seine Cavalerie nach Cerny geführt, um Woronzows Rückzug zu decken, dieMahnung wiederholen. Endlich überwand sich der General, zur Räumung desSchlachtfeldes Anstalt zu treffen, zusammenberufcnd die Colonnen, die sofort Re-gimenterweise Vierecke bildeten, um das Rückzugsmanöver zu eröffnen.
Kaum erkannte aber Napoleon die sich einleitende Defensiv-Anordnung auf demPlateau, als er auch alle Kräfte entbot, daraus Nutzen zu ziehen.
Er ließ den General Colbert, der seine Lanziers auf dem kleinen Plateau vonCraonne gesammelt, auf dem Saumwege zur Meyerci les Roches vordringen, undübergab dem General Charpentier, der in dieser Gegend heimatlich war, dasganze Corps Viktors und befahl, die Infanterie der alten Garde zu dessen Unter-stützung bereit stellend, die Schlacht von Neuem zu beginnen.
Dieser Doppelangriff brachte die Franzosen auf die Höhe des Plateaus. Dervon Neuem in Hartnäckigkeit sich entwickelnde Kampf zog sich, stufenweise anhal-tend, bis Cerny zurück, wo das Plateau wieder schmaler wurde, und Sackens Ca-valerie die Beschützung des Rückzuges übernahm. Die Offensive ergreifend warfsich dieser ungesäumt auf die Divisionen Laferriere und die polnische Brigade, welchezunächst das Schlachtheer verfolgte.
Es hatte aber Sacken dem General Nikitin befohlen, mit der Artillerie amTreffen Antheil zu nehmen. Eine ziemlich' bedeutende Anhöhe, nach vorn hin