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neuerte denselben mit drei Bataillonen desselben Regiments, und bemächtigte sichdes Dorfes. Nun aber sandte Napoleon den General Boyer der schwerbcdräng-ten Division Jansscns allda zu Hülfe und sein Angriff, durch eine wirksameKanonade unterstützt, brachte die Oesterreicher wieder zum Weichen. Da jedochder Besitz dieses Postens allein die Straße nach Arcis öffnen konnte, so ver-wandte Wrede allen Nachdruck auf die Einnahme desselben. Er ließ die Sturm-colonnen mehrmals wechseln, die Oesterreicher ablösend durch die Bayern, zu-nächst durch zwei Bataillone der Brigade Prinz Karl von Bayern, durch dieganze Division Rechbcrg und endlich durch die Brigade Habermann von der Di-vision Lamotte.
Das Feuer des Geschützes verursachte beidseitig große Verheerungen.General Habermann und General Janssens sielen fast gleichzeitig tödtlich ver-wundet. Doch umsonst waren Wrede's Versuche hier durchzubrechen, umsonst desPrinzen Karls Anstrengungen, der sich dabei durch seinen Muth besonders aus-zeichnete; Ncy setzte den hartnäckigsten Widerstand entgegen, und selbst alsSchwarzenberg Tschoglotow's Grenadicrkorps, unterstützt durch die zweite russischeKürassierdivision, die preußische Garde-Cavalerie und die russische reitende Garde-Artillerie mit 60 Kanonen den Bayern zu Hülfe schickte, gelang es nicht denMarschall zu überwältigen. Napoleon selbst warf sich mehrmal mit dem Degenin der Faust in den Kampf, und schien, sagt ein Augenzeuge, sich absichtlich indie Gefahr zu stürzen. Eine Granate fiel zu seinen Füßen nieder; er hielt, bissie geplatzt, und verschwand in einer Wolke von Rauch und Staub. Die Sei-nen glaubten, er sei verloren; sein Pferd war gestürzt; er aber erhob sich wie-der, warf sich auf ein anderes Pferd und stellte sich von Neuem der feindlichenBatterie entgegen *). Eine nachdrückliche Kanonade entspann sich und wardnimmer unterbrochen bis tief in die Nacht. Torcy und die Stadt Arcis geriethendarüber in Flammen; sie leuchreten zum Treffen, das hier erst um Mitternachtendete.
Während die französische Infanterie das wichtige Dorf an der Aube mit sogroßer Hartnäckigkeit vertheidigte, kam es in der Ebene zwischen den beiden Rei-tereien zu mehreren Chargen mit abwechselndem Erfolge. Der Hauptangrifferfolgte noch Abends um 9 Uhr, indem Sebastiani von einer eben eintreffendenVerstärkung von 2000 Pferden, welche General Dcsnouettes mitsammt 4560Mann Infanterie der jungen Garde herbeiführte, noch Nutzen zu ziehen hoffte.Es gelang ihm die Kosakenvorhut zu überraschen, und schon war auch der linkeFlügel des General Frimont erschüttert, als das 2te und 7te bayerische Chevaur-legersregiment sich dem Angriff der Franzosen cntgegenwarf und Einhalt gebot.Bald darauf unterstützt durch die ganze österreichische und bayerische Reiterei,3 Divisionen russischer Kürassiere und eine Schwadron preußischer Garde nahmdiese Masse eine Stellung, welche dem französischen General alle Lust benahm,den Angriff zu erneuern. Beide Gegner bivouakirtcn einander gegenüber, undließen das unbesetzte Dorf Nozay zwischen sich.
*J Farn manuscript, 1814.