St. Guibert seinen Rückzug ausgeführt hatte. Zur Aufnahme dieser Colonne, warauf der Höhe, wo das Schloß Flavienne liegt, eine Abtheilung des 3ten französischenArmeecorps von 5-6 Bataillonen, nebst einer Batterie und einem Reiter-Regimentaufgestellt.
Bei diesen Einrichtungen des Feindes zur Unterstützung seiner zurückgehenden Trup-pen, schien es nicht rathsam, mit den beiden preußischen Reiterbrigaden, welche ohne-hin durch den raschen Marsch und die Bewegungen durch die hohen Kornfelder sehrermüdet waren, einen Angriff zu unternehmen. Auf einige Kartätsch enschüsse einerpreußischen Batterie, bogen die Franzosen von der Straße ab, und zogen sich aufdie zu ihrer Aufnahme aufgestellten Bataillone zurück, welche hierauf das Gefechtmit den nachrückenden Truppen des zweiten preußischen Armeecorps annahmen,während die Reiterei des Generals von Thielemann die weitere Verfolgung diesemCorps überließ.
Das zweite preußische Armeecorps stößt den 20. Juni bei Le Bosquet auf
den Feind.
Die Vorhut des 2ten Armeecorps unter dem Oberstlieutenant v. Sohr, erfuhrhinter Gemblour, daß die Reiterei des Generals Thielemann den Feind auf derStraße von Gemblour nach Namur verfolge. Dieses Zusammentreffen benützend,wählte Oberstlieutenant v. Sohr die kleinere, näher auf Namur führende Straßeund marschirtc, durch den Wald gedeckt, im Trabe vor, um den Feind zu ereilen;dies geschah bei Le Bosquet.
Der Feind suchte bei Temblour, auf der Straße nach Namur, mit 2 BataillonenInfanterie, 4 Geschützen und einigen Reitern eine Stellung zu nehmen, um denRückzug seiner Colonne zu decken. Oberstlieutenant v. Sohr griff jedoch augen-blicklich mit 2 Husaren-Regimentern, von der reitenden Batterie unterstützt denFeind an und warf ihn zurück. Die Infanterie der Vorhut, welche der raschen Be-wegung der Reiterei nicht folgen konnte, traf nunmehr auch ein und nahm Theilam Gefechte.
Der Feind, um diese Zeit auch von der reitenden Batterie des 3ten Armee-corps beschossen, vollführte nun die Bewegung rechts gegen Flavienne und stellte sichhier vortheilhaft auf.
Es war die Absicht des Marschalls Grouchy, mit seinem 3ten Corps unterBandamme, die Höhen vorwärts Namur und später die Stadt selbst so lange be-setzt zu halten, bis die beiden Cavaleriecorps, das 4te französische Corps, das Ge-schütz und das Gepäck auf der Straße nach Dinant, welche als fortlaufendes De-filste längs des linken Ufers der Maas führt, einen Vorsprung gewonnen hätten.Konnte General Vandamme Namur bis zum Abende behaupten, so mußte dies fürseinen eigenen Rückzug vortheilhaft sein.
Gefecht bei Namur den 2 ». Juni.
Als General v. Pirch den Feind auf den Höhen vorwärts Namur aufgestelltsah, befahl er sogleich den Angriff. Es war 4 Uhr Nachmittags, als die 6te Brigadeunter dem Generalmajor von Krafft, welche der Vorhut unmittelbar folgte, den Be-fehl erhielt, denselben im Angriffe zu unterstützen.
Es wurden zu diesem Zwecke drei Angriffscolonnen formirt; die erste bestandaus 3 Bataillonen, unter dem Befehl des Majors von Schmidt. Sie ward links derStraße zur Vertreibung des im Walde und auf den Höhen postirten Feindes deta-schirt. Die zweite Colonne bestand aus 5 Bataillonen, unter dem Befehle desObersten von Bismark. Die Batterie unterstützte das Vorgehen dieser Colonne»,welche rechts und links der Straße, von dem Generalmajor v. Krafft selbst herbeigeführt