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[Band 2.]
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wurden. Die dritte Colonne bildete die Füsilirbataillone der Vorhut, welche weiterrechts gegen die Sambre das allgemeine Vorrücken gegen Namur unterstützen sollten.

Nachdem General von Krafft den Feind durch seine Artillerie ein kurze Zeithindurch beschossen hatte, befahl er den Angriff mit der Infanterie. Oberst vonReuß ließ zuerst Schützen vorausgehen, denen die Angriffscolonnen bald nachfolgten.Der Feind leistete Widerstand und wurde nun mit dem Bajonet nach Namur hinein-geworfen.

Während dessen hatte Major von Schmidt mit seinen 3 Bataillonen des Feindesrechte Flanke und die Straße von Löwen gewonnen. Die Franzosen, jetzt nur nochauf die Vertheidigung der Vorstädte beschränkt, leisteten jedoch hier eine hartnäckigeGegenwehr. Allein im Sturmschritt erreichten die Angriffscolonnen die Vorstadtund warfen den Feind hinaus. Es wurde jetzt der Versuch gemacht, sich der Stadt-thore zu bemächtigen. Oberst von Zastrow wollte das Thor, welches man auf derStraße von Löwen erreicht, sprengen lassen; wurde indeß durch das ganz nahemörderische Gewehr- und Kartätschfeuer, welches der Feind von den Mauern undWällen der Stadt auf die Angreifer richtete, daran verhindert.

Bei einem zweiten Angriffe wurde dem Obersten v. Zastrow durch eine Ge-wehrkugel die Brust durchbohrt. — Er fand einen ruhmwürdigen Tod.

Zwar schlugen sich die preußischen Bataillone mit ausgezeichneter Tapferkeit,allein die Opfer waren groß. Die 6te Brigade verlor allein 44 Ofsiziere, 1274Unteroffiziere und Soldaten. Oberst von Neust ward schwer blessirt; Oberst Grafvon Bismark blieb. Die Staabsofsiziere des 26ten Regiments waren sämmtlich ver-wundet und auch von den beiden andern Regimentern der Brigade blieben wenigevon den feindlichen Kugeln verschont.

Es wurden andere preußischen Truppen ins Gefecht geführt und die Wälle unddas Stadtthor erobert. Der vor den Preußen besetzte Theil der Stadt ward sogleichbesetzt, eine Masse auf dem Markte als Reserve aufgestellt und die Sambrebrückegenommen. Bis an das Thor von Dinant wurden die Franzosen geworfen. Vorherjedoch hatten sie große Holzstöße mit Stroh und Pech versehen im Thore aufgehäuftund steckten diese im Augenblick an, in welchem die preußischen Truppen das Thorerreichten. Die Straßen und das Thor standen in Flammen und verhinderten dieVerfolgung, welche auch bei der Ermüdung der Truppen bei einbrechender Nachtnicht mehr mit Nachdruck fortgesetzt werden konnte.

General Vandamme hatte die französische Nachhut selbst commandirt; bis zumletzten Augenblick blieb er am Thore und er war nahe daran, daß er den preußi-schen Schützen in die Hände siel. Nach 9 Uhr Abends wurde die Stadt von preußi-schen Truppen besetzt. Major von Schmidt übernahm das Commando am Thor vonDinant, Major Jochens das an der Sambrebrücke. Die übrigen Truppen der 7tenund einige Bataillone der 6ten Brigade wurden von dem General von Brause aufdem Markte placirt.

Feldmarschall Fürst Blücher überschreitet am 20. Juni mit dem ersten undvierten preußischen Armeecorps die französische Grenze.

Während der so eben bezeichneten Bewegungen und Gefechte, welche das zweiteund dritte preußische Armeecorps ausführte, hatte der Feldmarschall Fürst Blüchermit dem ersten und vierten Armeecorps, nachdem er am 19. die Uebergänge überdie Sambre gewonnen, am 20. Juni die französische Grenze überschritten.

Das erste Armeecorps erhielt Befehl, von Charleroi nach Beaumont zu mar-schiren und seine Vorhut bis Solre le Chateau vorzupoußiren. Ein leichtes Beob-