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Die Einwohner reichten den Husaren Erfrischungen und der Schatten der Bäumean den großen Alleen diente zum Fütterungsplatze. Während dieser Ruhezeit schickteOberstlieutenant von Sohr mehrere Detaschements ab, theils gegen Plessis-Piquetauf der Straße nach Paris, theils rechts und links derselben.
ES war schon Mittag, und noch hatten die Regimenter kaum eine Meile vonihrem Lagerplatze zurückgelegt. Außer dieser Verzögerung, die durch das späteAufbrechen veranlaßt worden ist, kann man auch nicht mit der eingeschlagenen Rich-tung auf Versailles einverstanden sein.
Hatte man indeß die Straße nach Versailles einmal eingeschlagen , so dursteman sich nun nicht zu lange aufhalten. Es mußten die Desilöen, wo Reiterei nurmit Nachtheil fechten konnte, schnell passirt, und die eine halbe Meile von Ver-sailles liegende freiere Gegend, etwa bei Jouy, erreicht werden.
Die französischen Berichte sagen, daß am 1. Juli des Morgens dem GeneralErcclmanns, welcher die Reiterei des Marschalls Grouchy kommandirte, und linksvon der Vorstadt Vaugirau lagerte, eine Nachricht zugekommen sei, daß 2 preußi-sche Husarenregimenter, von St. Germain kommend, bei Marly gelagert hätten,und gegen Versailles vorrückten. General Erelmanns schickte nach Empfang dieserNachricht einen Adjutanten zu dem Marschall Davoust, und erbat sich von ihm dieErlaubniß, diese beiden Regimenter aufheben zu dürfen, welches ihm gestattetwurde. Erst gegen Mittag brach General Ercölmanns mit dem 5., 13. und 20.Dragoner- und 6. Husarenregiment, überhaupt mit einer Masse von 3000 Mannauf der Straße von Montrouge nach Plessis-Piquet gegen die Fronte des preußi-schen Detaschements auf. Die Reiterdivision Pirö, aus dem 5. Ulanen-, dem1. und 6. Chafseurregiment, nebst dem 33. Infanterieregiment, wurde gegen Flankeund Rücken der preußischen Reiterei dirigirt. Wir übergehen die nähern Anord-nungen der Franzosen, die jedoch mit vieler Umsicht getroffen waren, so daß zuerwarten war, daß die preußische Brigade nicht entkommen konnte.
Gefecht bei Villacoubley, Versailles, und le Chenay, am l. Juli.
Oberstlieutenant von Sohr brach erst auf, als das Anrücken feindlicher Reitereigemeldet wurde. Eine Patrouille stieß auf der Pariser-Straße bei Plessis-Piquetauf den Feind, andere Cavalerie-Abtheilungen bezeichneten das Anrücken des Fein-des von Bourg la Reine gegen Villacoublay. Auch jetzt war noch der günstigeAugenblick, entweder gleich am Ausgange von Versailles den Weg rechts nach Buceinzuschlagen, oder die Straße rechts auf Jouy zu gewinnen. Statt dessen rück-ten die beiden Husarenregimenter dem Feinde entgegen. Es war bereis spätam Nachmittag. Die Vorhut wurde durch die aus Villecoublay anrückende feind-liche Reiterei angegriffen. Die Jägerschwadron der brandenburgischen Husaren rücktezur Unterstützung der Vorhut vor. Der Feind entwickelte jedoch so überlegene Kräfte,daß Oberstlieutenant von Sohr sich bewogen fühlte, seine beiden Husarenregimenterim Trabe vorrücken zu lassen, um den Feind zurückzuwerfen.
Ehe die preußische Reiterei herankommen konnte, hatte der Feind einDragoner-und ein Husarenregiment vorwärts Villacoublay aufgestellt. Die preußischen Hu-saren benützten gleichfalls das in der Nähe des Dorfes befindliche freie Terrain,um rechts und links der Straße zu deployiren. Der mit Entschlossenheit ausgeführteAngriff gelang vollkommen, indem die beiden feindlichen Regimenter in das Dorfhineingeworfen wurden. Durch diesen kräftigen Angriff waren aber auch die preußi-schen Regimenter auseinander gekommen, und die Verfolgung bis an das Defiläedes Dorfes erschwerte die Sammlung. Oberstlieutenant von Sohr ordnete zwarnoch diesseits des Dorfes eine geschlossene Reserve an, jedoch war sie nicht hinrei-chend, die beiden bis jetzt verdeckt gehaltenen feindlichen Cavalerieregimcnter nebst