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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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dessen Verbindung mit andern Staaten; wodurch derSchwächere gegen die Besiegung durch den Starterngesichert wurde.

Mein eben so oft finden sich auch die Beyspiele,wo der Unterdrücker obsiegte; nicht, weil in dexSchwäche des Unterdrückten die unbedingte Nothwen-digkeit lag, sich jenem zu unterwerfen; sondernweil die innere Kraft in dem Letzter« zu tief gesunkenwar, um äußere Hülfsmittel zu seinem Widerstandaufzusuchen und anzuwenden.

2) Ungeachtet diese nämlichen Erscheinungen durchalle Jahrhunderte sich wiederholen, so findet hin-gegen ein Fortschreiten der Geschichte in ihrem Cha-rakter eine bedeutende Verschiedenheit statt.

In jeney frühern Zeiten, wo die Erde noch ineine Menge meist kleinerer Reiche und Völkerstämmezertheilt, die Cultur des Menschengeschlechts noch sehrweit zurück war; wo unüberstiegene Gebirge, ausge-dehnte Wälder und unüberbrückte Flüsse noch, dichtenScheidwänden gleich, die Nationen von einander trenn-ten; wo entweder der Krieg an sich, oder eine da-mit verwandte rohe Lebensart den Erwerb vielerVölker ausmachte; oder, wenn auch diese durch dieEinführung des Ackerbaues gemildert wurde, jeneSelbstverläugnung immer noch in hohem Grade stattfand, welche lieber alles andere, als ihre Freyheitverliert; damals mußte es für ein kleineres Volknoch weit leichter seyn, gegen eine feindliche Ueber-macht seine Selbstständigkeit zu behaupten, als jetzt;wo die Zahl der kleinern Staaten sich so sehr ver-mindert, wo man über die Hochgebirge immer mehrfahrbare Straßen führt, die Waldungen immer mehr