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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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Festungen waren, auf deren Belagerung die Spa­ nier den größten Theil ihrer Feldzüge verwenden muß-ten und die im Ganzen genommen einen so erfolgrei-chen Widerstand leisteten, daß aus einem langen Kampfeihre Unabhängigkeit hervorging.

8) Als hernach im dreyßigjährigen Kriegeauch das Innere von Teutfchland von fremden undeinheimischen Armeen durchzogen wurde, so konntensich viele Städte nur durch ihre Befestigung dem ver-heerenden Wirken derjenigen Kriegsart entziehen,welche dem heutigen Requisitions-System zum Vorbildgedient zu haben scheint.

So behauptete Breslau den ganzen Krieg hin-durch bloß mit eigener Kraft seine Neutralität.Oesterreichs , Sachsen und Schweden mußten vorüberziehen, ohne daß die Stadt ihnen die Thore öffnete.Mehr freywillig, als nothgedrungen nahm sie erst 1632Schwedische Besatzung in die Dom- und Sand-In-seln auf.

In aufs Große entscheidendem Sinne, rettete da-mahls Wiens Befestigung zum zweyten Mahl denOesterreichischen Kaiserstaat, und 1683 Deutschland vordem Einbruch der Türken.

9) 2m Spanischen Erbfolge-Krieg widerstanddie Hauptstadt Turin drey Monath lang den fortge-setzten Angriffen ihres 50000 Mann starken Gegners,bis es entsetzt, und so der Besitz desPiemonts sei-nem Herzog erhalten wurde. Im Gegensatz trugendie französischen festen Plätze längs der TeutschenGränze wesentlich dazu bey, die Fortschritte der Reichs-armee zu verzögern. Erst nach mehrern Feldzügengelang es den Alliirten.den dreyfachen Gurt von Fe-