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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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anführen ließen, die erprobte Erfahrung so vielerVölker und Jahrhunderte widerlegen können.

Dieß wäre nur dann der Fall, wenn sich imGroßen mehrere Thatsachen anführen ließen, daß ganzeLinien, auf den wichtigsten Punkten angelegter, voll-ständig befestigter, versorgter, durch eine hinreichendstarke, vom besten Geist beseelte, aufs einsichtsvollstecommandirte Besatzung unterstützte Festungen dennochunterlegen, und ihrem Falle derjenige des durch siebeschützten Landes gefolgt wäre. Allein solche That-sachen sind mir keine bekannt.

II. Unentbehrt'ichkeit der Festungenim Kriege.

1. Als Grundlagen der personnellen und materiellen Streitkraft.

15) Es ergibt sich aus Theorie und Erfahrung, daßdie Festungen als dieGrundlagen der personnellen undmateriellen Streitkraft zu betrachten sind, von denendie Vertheidigung eines Landes ausgehen, und wiederdahin zurückkehren muß.

Wenn in einem Lande keine natürlichen oder künst-lichen Hindernisse den Fortschritten des angreifendenFeindes sich entgegensetzen, so hängt gewöhnlich seinSchicksal von dem Erfolg weniger Schlachten ab.

Durch einzelne offensive Diversionen (unverhoffteAngriffe) oder excentrische (die Flanke des Gegnersbedrohende) Rückzüge kann zwar das Vorrücken desFeindes verzögert und gefährdet werden; allein,wenn alle diese Versuche sowohl, als auch am Endeder Kampf der Entscheidung mißlingen, so bleibt nichtsNüsch. Befest. 2