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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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V. Befestigung überhöhter Ortschaften.

35) Es ist einleuchtend, daß, je mehr natürlicheVortheile ein zu befestigender Ort besitzt, desto leich-ter und desto haltbarer dessen künstliche Befestigung;und im Gegentheil, je Nachtheiliger seine militairischeLage, desto schwieriger, denselben haltbar zu machen.

Dagegen wurde schon oben bemerkt, daß die Aus-wahl der Oertlichkeit meistens nicht frey stehe, son-dern vielmehr zum Voraus durch das Bedürfniß derLandesvertheidigung im Allgemeinen bedingt werde.

Daher kommt es, daß nicht selten ungünstige La-gen befestigt werden müssen; was besonders in gebirgi-gen Landern häufig der Fall ist, weil die Uebergangs-Punkte der Flüsse und der Gebirge öfters gerade ander tiefsten Stelle liegen, mithin durch die Umge-bung üherhöht (dominirt) werden.

36) Indessen werden die Vortheile der Ueber-höh ung und die Nachtheile überhöht zu seyn, oftso hoch angeschlagen, daß man diesen Gegenstand wohlnäher beleuchten darf.

Wenn die Umgebung einer Festung mit derselbenungefähr in der gleichen Ebene liegt, so wird derWallgang ihrer Werke (derjenige Raum, wo die denWall besetzende Mannschaft und Geschütze stehen),durch eine 67 (4 Schuh hohe Brustwehr (sicherndeErdmasse) hinreichend gedeckt seyn.

Sobald aber die Umgebung höher ist, als der Wall-gang der Festung, so muß auch die Brustwehr um soviel erhöht werden, daß der auf dem gegenüber lie-genden Hügelrande stehende Feind über die Brustwehrhin den am Ende seines Wallgangs aufgestellten Ver-