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stigter Orte nur als ein sehr unsicheres, oft zweckwid-riges Mittel, die Einnahme derselben zu befördern.Statt nähmlich nach den Regeln der Kunst daS Feuerder Festung zum Schweigen zu bringen, ihre Verthei-digungsmittel zu schwächen, und ihre Wälle durchSturmlücken zu eröffnen, soll daS Bombardementdie Vorräthe und daS Eigenthum der Bewoh-ner derselben zu Grunde richten, und durch sieden Gouverneur zur Uebergabe zwingen. Allein, sobald die vorhandenen KriegS - und Mundvorräthebombenfest versorgt, und die Vertheidiger zur Ruhe-zeit gegen deS Feuer des Angreifers gesichert sind, sokann auch die Einäscherung aller verbrennbaren Ge-bäude dem Befehlshaber die Uebergabe nicht abnöthi-gen, weil die Vertheidigungskraft nicht in ihnen,sondern auf den noch unbeschädigten Festungswerken,der Besatzung und ihren Vorräthen beruht, auch demCommandanten Mittel genug übrig bleiben, allfälligeEmpörungS-Verfuche zurückzuhalten.
Wenn daher auch weder der MunitionS-Aufwand *)noch die Menschlichkeit den Belagerer von Einäsche-rung der angegriffenen Stadt zurückhalten würde,so sollte eS doch die Sorge für die eigenen Unter-haltsmittel; — denn seine Eroberung muß nothwendigvon ihrem Werthe vieles verlieren, wenn ein großerTheil der Vorräthe vernichtet ist, und die Verwüstungdes Innern der Festung die Aufnahme eines ange-messenen TruppencorpS nicht mehr gestattet.
*) Wie kostbar die Bemerkungen seyen, beweist das Bombardementvon Litte 1792, welches der Herzog von Sachsen-Teschen damalsin Zeit von 140 Stunden mir 30,000 glühenden und üOOO Hohl-kugel» dewarf, und das Er dennoch nicht erobern konnte.