53) Daß die Russische Armee sich nach Masse-na'6 Limmat-Uebergang bey Dietikon nicht in Zürich behauptete, kann bey den fehlervollen Anordnungendes damahligen Russischen General-Commando wohlnoch weniger als Beweis von Zürichs Unhaltbarkeitangeführt werden. Hätte Korsakoff an seinem Ortedie nähmliche Entschlossenheit bewiesen, wie die einigeBatterien unserer Wälle besetzenden OeftreichischenArtilleristen in dem ihrigen, die Franzosen hätten sichZürichs nicht so leicht bemeistert; und wenn späterder trefflich angelegte Brückenkopf vor Büesingen ge-räumt werden mußte, nur um das darin aufgestellteGeschütz nicht Preis zu geben, darf man wohl denMangel der Vertheidigung nicht eher der Unkundedes Vertheidigers, als der Unhaltbarkeit der Werkezuschreiben?
54) Daß man bey einem über unsere politische Exi-i ftenz entscheidenden Kriege die offnern Theile des Landes
Preis geben, und sich in die Gebirge zurückziehensoll, um lieber Alles, als seine Freyheit zu verlie-ren, ist an sich ein edler, großer Gedanke, dessen Aus-i führung aber weit eher zu den Zeiten der Schlachtbey Sempach gedenkbar gewesen wäre, als in denunsrigen. Wenn ein solches Ideal indessen von war-men Vaterlandsfreunden aufgestellt würde, welchezuerst die zugänglichern Gegenden aufs Aeußerste ver-theidigen, unsere Städte Saragossa nachahmen lassen,und dann als letzte Freystatt im Hochgebirge ein zwey-! tes Thermopylä aufsuchen wollten, dann würde einsolch entschlossener Wille auch von Seite des wenigerdurchgreifenden Vaterlandsvertheidigers den aufrich-tigsten Beyfall verdienen.