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nen, wäre sie nicht durch Zürichs Befestigung daranverhindert worden.
Daß Massena nachher Zürich und die äusser» Ver-schanzungen räumte, kann um so weniger gegen denWerth von Zürichs Befestigung einen Beweis leisten,da selbst die äussere Linie noch unerobert geblieben,mithin diefe Räumung ganz freywillig, wahrscheinlichdurch die Fortschritte der Oesterreichs im Hochgebirgebedingt war.
Daß auch die Franzosen fortwährend die Stellungvon Zürich als von erster Wichtigkeit betrachteten,beweisen die nach ihrer Wiederbesetzung unserer Stadterneuerten Befestigungsarbeiten. Wenn auch diesel-ben im Zustand der Vollendung, statt einer Linie klei-nerer Feldschanzen, in einigen größer» Forts würdenbestanden haben, so ergibt es sich von selbst, daß dieFefthaltung der eigentlichen Befestigung der StadtZürich nach wie vor unerläßlich blieb, wenn mannicht Gefahr laufen wollte, den Gegner zwischen die-sen Forts hindurchbrechen, und sich des zu deckendenFlußübergangs bemächtigen zu sehen.
Uebrigens darf man nicht vergessen, daß die da-mahlige Stellung der Franzosen von der unsrigen sehrverschieden war.
Die ganze Schweiz bildete in jener Zeit gleich-sam ein großes Außenwerk an Frankreichs Feftungs-grenze, und Zürich in Verhältniß zum großen Gan-zen einen kleinen Vorposten, für dessen längst mög-liche Fefthaltung Massena sich unmöglich so sehr inte-ressiren konnte, wie im 2ahr darauf für die aushar-rendfte Vertheidigung der ihm als letzter Rückzugsortdienenden Stadt Genua .