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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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so lange er derselben nicht Meister ist, seinr fernernUnternehmungen gefährden können.

Äst nun Zürich offen, so wird der EidgenössischeHeerführer verschanzt oder unverschanzt vor unsererStadtsich aufstellen, auf jeden Fall aber wird, wennder Feind von der einen oder andern Seite her bisZürich vorgedrungen ist, in dessen Nähe zu einementscheidenden Treffen kommen, weil der Uebergangder Limmat (als eines wichtigen Terrain-Abschnittes),dem Gegner so lange als möglich streitig gemachtwerden muß.

Wenn aber auch das Eidgenössische Truppen-CorpSzum Rückzug über die Limmat sich gezwungen sieht,so wird doch dessen Nachhut (Arriere-Garde) die Stadtso lange behaupten müssen, bis das Haupt-Corps ineine haltbare Stellung sich zurückgezogen hat.

Wenn nun Zürich von einer sturmfreyen Befesti-: gung entblößt ist, so werden in einem solchen Fall dieHäuser der Stadt und ihrer nächsten Umgebung solange als möglich vertheidigt, der Kampf bis insInnerste der Stadt fortgesetzt, besonders zwischenbeyden Limmat -Ufern am lebhaftesten; demnach-^ rich statt einem Bombardement (wenn solches auch! unterbleibt) einer Einnahme wit stürmender Handausgesetzt, mithin auch rein menschlich betrachtet,durch Einebnung der Befestigung weit mehr verloren,ass gewonnen werden, indem gewöhnlich nur fturm-frey befestigten Plätzen, sehr selten hingegen unbefe-stigten oder nur flüchtig verschanzten Ortschaften die§ Wohlthat einer (Person und Habe sichernden) Capi-j tulation zu gut kommt.

! 56) Wenn man aber auch damit sich beruhigen