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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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wollte; so weit würde man es nicht kommen lassen.Nach den ersten ungünstigen Kämpfen würde jederfernere Widerstand aufhören, und man sich dem Sie-ger unterwerfen; so muß man (auch in jenem Sinne)erwägen, daß, wenn unser Land einmahl in fremderGewalt sich befindet, viele Rücksichten wegfallen,welche unsere Regierung und ein SchweizerischesOber-Commando aus Schonung für die Einwohnerbeobachten würden. Wenn man auch die Wiederher-stellung einer bleibenden Befestigung von Zürich inFriedenszeit nicht verlangte, so dürfte hingegen (wieDavouft in Hamburg *) eine provisorische Wiederver-schanzung unserer Stadt zur Kriegszeit oder ihreauch unverschanzte Vertheidigung wenigstens nichtunmöglich seyn.

57) Zm Allgemeinen darf man nicht übersehen,daß, wenn es die Erhaltung der bleibendenSchutzwehr einer einzelnen Ortschaft vielleichtdurch sie eines ganzen Landes gilt, dabey nichtnur die allfällige Beruhigung der Gegenwart, son-dern noch mehr alle möglichen Gefahren einer unge-wissen Zukunft in die Frage kommen, welche in einemso stark bevölkerten Lande, wie unser Canton, beson-ders bey eintretender Stockung des Handels, gänzli-chem Mangel an Unterhalt, zunehmender religiöser

*) Hamburgs Befestigung wurde, früher, wenigstens theilweiseabgetragen; auf Befehl des General Davoust mußte sie (undzwar durch die Bürger selbst) wieder hergestellt werden. Esliegt mithin ein Widerspruch darin, wenn man Hamburgs Mühsalen unter Davoust der dortigen Befestigung zuschreibt,während die frühere Abtragung derselben solche vermehrt hat.