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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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21
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Wenn daher auch die Artillerie und Kavallerieerst im Werden begriffen war, und jetzt nochKanonen gegossen, Mannschaften gemessen undbekleidet, und Remonte - Pferde übernommenwurden, die man vielleicht schon 4 Wochen draufin offner Schlacht zu brauchen gedachte, so ließNapoleon unaufhörlich das, was nur immerschießfähig gemacht werden konnte, in großenund kleinen Abtheilnngen zur Verstärkung derInfanterie nachziehen. Auf den großen Massendieser Truppe mußte seine ganze Hoffnung be»ruhen. Zeder Tag, jede Stunde war von dergrößten Wichtigkeit, und ein Hauptschlag mitallen vereinigten Kräften mußte gewagt werden,wenn nicht schon dazumal die beschönigendenErzählungen des russischen Feldzugs von derfranzösischen Nation als Gaukelei und Betrüge-rei aufgenommen werden und der Credit desUrhebers des erlittenen Verlustes ganz herab-sinken sollte. Man hatte in den letzten Bül-letins alle Unglücksfälle nur der Kälte zugeschrie-ben ; jetzt war der Zeitpunkt da, um zu bewei-sen, daß die Schuld nicht auf Rechnung derUnvorsichtigkeit und des Mangels physischer undmoralischer Kraft zu bringen war. Man mußtealle Saiten anspannen, um der Nation zu be-weisen, daß nur die unerwartetsten Unglücks-fälle, nicht die fehlerhaften Entwürfe des als