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Es wurden in Erfurt einige Hospitäler an*gelegt. Die Anstalten zur Vertheidigung beäng-stigten die beklagenswerthen Einwohner, welche,seit dem Ausbruch des Krieges im Zahr 1306,so unendlich viel gelitten hatten, daß der grüßteTheil der Hausbesitzer bereits gänzlich verarmtwar. Von diesen Lasten kann man sich kaum einenBegriff machen. Nun sollte noch die Härte ei-ner Belagerung auf sie fallen! Die Stadt warerst im vergangenen Sommer durch Anlegungnasser Gräben befestiget worden; aber dennochgehörte sie nicht zu den haltbarsten Festungenund war vielleicht mit geringer Aufopferung zuerobern, denn außer den Kranken blieb wohlnur eine ganz schwache Besatzung daselbst, diesich auf den Petersberg würde zurückgezogen ha-ben. Aber diese feste Citadelle beherrscht dieStadt, und vermochte diejenigen, welche sich zuHerrn derselben machten, so wie jeden Trans-port zu necken und zu hemmen.
Am 24sten Oktober standen der MarschallOudinot und der General Bertrand, mit demNachtrab eine halbe Stunde vor der Stadt,an der Straße nach Weimar. Alles, was vonfeindlicher Seite zur Verfolgung der französischenArmee nachgesandt ward, zog sich, in den fol-genden Tagen, um die Stadt herum auf dieStraße nach Gotha. Die Haupt - Armee ging