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Der größte Theil der Kosacken blieb in der Um-gegend der Neustadt und in den Dörfern am rech,ten Elb-Ufer, wo sie sich täglich verstärkten unddas langsam nachrückende Fußvolk nebst dem Ge-schütze erwarten wollten. Der Oberst Brendlhatte den Oberbefehl in der Neustadt. Von hieraufwärts nach Pillnitz, der Gränze der friedlichenMeile, hatten die Russen Waffenstillstandsfahnenlängs der Elbe aufgesteckt.
Seit die Brücken zu Meissen und Dresdenunbrauchbar gemacht waren, gab es, so weit dieElbe Sachsen durchströmt, keine Verbindungspunktemehr zwischen beiden Ufern, außer der verschanz-ten Brücke bei Wittenberg und der Brücke zuTorgau, in dessen Nähe der General Thiel-mann überdieß eine Schiffbrücke unter den Ka,nonen der Festung hatte schlagen lassen. Die Elbetheilte das Land in zwei Hälften, wovon die einein der Gewalt der Verbündeten sich befand. Nochwar kein Theil des Landes der Schauplatz eines be-deutenden Gefechtes gewesen, und doch hatte Sach-sen fast schon mehr gelitten, als in den beiden letz-ten Kriegen, die es hart berührten. Die Anstaltenzur Vertheidigung der Elbe hatten theure Opfer ge-kostet, die einträgliche, den Gewerbfleiß begünsti-gende Elbschifffahrt, die einst den Strom von derböhmischen Grenze bis nach Magdeburg und Ham-burg mit sächsischen Fahrzeugen bedeckte, war durchdie Verbrennung der schönsten Kähne wenigstensauf lange Zeit hinaus vernichtet, beträchtliche Frucht-