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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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heran. Die ersten Posten in der Altstadt wurdettalsbald von dem General Grundier., Chef desGeneralftabes des Uten Korps, besetzt. Eine an-dre Abtheilung französischer Truppen zog sich ge-gen die Schiffbrücke oberhalb der Stadt. Derrussische General von Korf, der den Befehl überden Brückenkopf führte, hatte, wie man versichert,von seinem Kaiser die Weisung erhalten, diese Ver-schärfungen und Verhacke nicht zu vertheidigen,um alle Gefahr von der Stadt abzuwenden. Nacheinigen Schüssen aus den Werken zogen sich die'Russen auch hier ohne Verlust und in ruhiger Hal-tung über die Elbe. An beiden Ufern ward dar-auf gegen Mittag die, aus 26 großen Kähnen be-stehende, Schiffbrücke von den Werkleuten ange-zündet; sie löste sich von den Ufern, und vomStrome ergriffen , schwamm sie brennend mit hoch-aufsteigenden Dampfsäulett langsam zwischen bei-den Stadttheilen hinab, bis an die Pfeiler derElbebrücke, wo die zusammengehäuften Trümmervollends ausbrannten.

Die Abgeordneten des Stadtraths und einigeMitglieder der Zmmediat- Kommission waren in-deß dem Kaiser Napoleon entgegen gegangen, umihn am äußern Stadtthore zu empfangen. Erritt sogleich um die Stadt zu dem Brückenköpfeund auf den Zimmerhof vor dem Pirnaischen Thore,und erst in den Nachmittagstunden zog er durchdie Reihen der aufgestellten Bürgergarde in dieStcà Ohne sich aufzuhalten ritt er darauf nach