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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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dazu eingerichteten Bühne im Marcolinischen Gar-tenschlosse ihre Vorstellungen gab. Einmahl in je-der Woche spielte sie im kleinen Opernhause füreine größere Zuschauerzahl, als jener kleine Saalfassen konnte. Die Platze, welche nach Abzugdes Raums, den Napoleons Umgebungen undder königliche Hofstaat einnahmen, übrig waren,wurden von dem französischen Kammerherrn Tü-ren ne durch Eintrittskarten vertheilt, aber es er-hielt, wenn der Kaiser zugegen war, NiemandZutritt, der nicht im steifen Hofanzuge erschien,weshalb denn Viele, die sich diesem lästigen Zwangenicht unterwerfen mochten, den Genuß sich ver-sagten, den die Kunst dieser gewandten Schauspie-ler, besonders im Lustspiele, darbot.

Ein Schauspiel andrer Art waren die tägli-chen Musterungen der Truppen, auf der großen,am Elb-Ufer hinlaufenden, Ostra-Wiese inFriedrichstadt, welche, als der größte Platz inder Nähe der kaiserlichen Wohnung, zu diesenkriegerischen Festlichkeiten ausersehen ward. Gleicham Tage nach seiner Ankunft, am xi. des Zu-niuS, hielt Napoleon hier Heerschau über io,bis 12,000 Mann Fußvolk und Reiterei, welcheunter dem General Bertrand aus Italien Ma-nien, und noch an demselben Tage auf der lau-sihischen Heerstraße weiter zogen. Am 13. mußtein den Kirchen zur Feier des Waffenstillstandesund -er Ankunft des Kaisers, das Herr Gottdich loben wir, bei dem Donner des Geschützes