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Was man von den großen, der Vollendung nahen,Kriegsrüstungen in Oesterreich und Böhmen ver-nahm, ward bekräftigt durch die umfassenden Ver-theidigungs-Anstalten, welche von nun an gegendie aus Böhmen laufenden Gebirgspässe auf bei-den Elb-Ufern mit so viel Kunst als rastloserThätigkeit durch die Franzosen ausgeführt wurden.Diese starke Defestigungslinie dehnte sich von Gieß-hübel bis Stolpen aus, dessen alte, auf hohemBasaltlagec sich erhebende, Felsenburg mit neuenWerken verwahrt wurde, die man jedoch unvoll-endet ließ. Ein wichtiger Punkt aber in dieserLinie waren die starken Verschanzungen am Fußedes steilen Lilien stein s, welche ein Lager für60,000 Mann vertheidigen sollten, und durch zweiBrücken mit der gegenüber liegenden Veste Kö-nigstein in Verbindung gesetzt, beide Elb-Uferund die hier auskaufenden Passe decken konnten.Eine vom Lilieustein durch die Gebirge des AmtsHohnstein gebahnte, auch für Geschütz fahrbare,Straße erleichterte die Verbindung mit den, ander Gränze Schlesiens stehenden, Heerhaufen. Je-ne Verschanzungen waren gleichsam die Außenwerkedes Mittelpunkts der festen Stellung am obernElb-Ufer, wozu Dresden immer mehr ausgebil-det ward. Denn während die Werke am rechtenStrom-Ufer um die Neustadt, unter welchen diesogenannte Kaiser schanze (kort impérial) miteinem bombenfesten Blockhause, vor dem schwar-zen Thore, das stärkste und kunstreichste war, der