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Der Krieg des verbündeten Europa gegen Frankreich im Jahre 1815 / von Carl v. Plotho
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380
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geschlagen. Oberhalb der Festung hatte der Feind das Thal derSambre mittelst einer in der Stadt befindlichen Schleuse über,schwemmt, so daß das Wasser einige Fuß hoch stand, und diesenTheil der Festung unmgänglich machte. Am Abend versammeltensich 400 Arbeiter auf dem linken Ufer der Sambre, und um9 Uhr wurden die Trancheen eröffnet. Der Prinz August vonPreußen legte die erste Faschine; die Tranchee lehnte den linkenFlügel an den Weg, der längs der Sambre hinläuft, und denrechten an die Vorstadt von le Quesnoy. Die nächste Entfernungder Tranchee vom Glaciü des Hornwerkes betrug 2L0 Schritt.Während der Nacht bemerkte der Feind nichts von dieser Arbeit,und es siel kein Schuß.

Am 2osten Juli, des Morgens um 4 Uhr, geschahen wobis i.Zo Flintenschüsse aus dem bedeckten Wege auf die Arbeiterder Belagerer, auch that der Feind später 100 Kanonenschüsse aufdieselben, allein die Tranchee war schon so weit fertig, daß dieLeute ziemlich gedeckt standen, diese gegen das Hornwerk eröffneteTranchee war jedoch nur ein falscher Angriff, und hatte denZweck, den Feind vom eigentlichen Angriffspunkte abzuleiten. Zuder Festung brachen heute unter der Garnison, welche sich in ver-schiedene Partheien theilte, sehr bedeutende Unruhen aus.

In der Vorstadt auf dem rechten Ufer der Sambre versam-melten sich 6sto Arbeiter, um die eigentliche Tranchee von dieserSeite zu eröffnen, an der schon bei Tage unter dem Schuh von Hek-kcn und Gräben angefangen wurde, und welche mit dem rechtenFlügel die Straße von Aveönes durchschnitt, mit dem linken Flü-gel aber bis über den Windmühlenberg hinaus reichte. Sienäherte sich an einigen StellÄ dem GlaciS bis auf 2Z0Schritt, allein trotz dieser Nahe verhielt sich die Garnison dieganze Nacht hindurch ruhig. Auf dem linken Ufer der Sambrewurden in dieser Nacht Z Batterien von zehn L^pfündigen Kano-nen und eine Wurfbatterie von l l Mörsern erbauet, um die Stadtauch von dieser Seite zu beschießen.

Am 2 1 sten Juli des Morgens um Z Uhr waren die Ar-beiten auf beiden Ufern ziemlich vollendet, auch die Tranchee aufdem rechten Ufer war tief genug, um den Leuten Schutz zu ge°währen. Nachdem die Sonne aufgegangen war, that der Feindeinige Kanonenschüsse nach den Batterien auf dem linken Ufer.Nach 9 Uhr fingen die preußischen Batterien zu spielen an, undnachdem sie nur kurze Zeit gefeuert hatten, schlug die GarnisonChamade und verlangte zu kapituliren.