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in den Besitz von Marrenbonrg zu sehen. Eine am 2rsten Julivon dem Prinzen August von Preußen unternommene Erkennungdieses Platzes, gab die Gewißheit, daß er zu langem Widerständeunfähig sey; um also theils die zu seiner Beobachtung nöthigenTruppen zu spuren, theils um im Fall der Uebergabe von Phi-lippeville, die freie Straße nach Rocroy zu besitzen, so wie auch,damit die Transporte von Landrecy und AveüneS gegen Givet,nicht weite Umwege machen dürften, geschah der Angriff auf Ma-rienbourg sofort.
In der Nacht vom Lysten auf den Lösten Juli wurden dieTrancheen eröffnet, und 2 Wurfbatterien angelegt, der Feind, wel-cher das Klappern der englischen Munikionswagen während derNacht gehört haben mochte, that einige Kanonenschüsse, ohne je-doch die Arbeiter zu stören.
Am Lösten Juli des Morgens um 7 Uhr begann dasFeuer der Belagerer aus 12 Mörsern auf die Festung, die es leb-I hast beantwortete, und, vom Terrain begünstiget, zwar die Kommu-nikation der Belagerer bestrich, ihr jedoch keinen Schaden zufügte.
Die den Artilleristen auf einige Stunden gegebene Ruhe,^ wurde zu den Vorbereitungsmaßregeln für die folgende Nacht be-i nutzt, in der eine Breschbatterie von sechs Lspfündern erbauet
! werden sollte; doch als das Feuer am Nachmittage mit neuer Leb-
haftigkeit begann, hielt der Feind, welcher das seinige in lang-samen Pausen fortgesetzt hatte, damit ein, und steckte die weißeFahne auf, worauf die Kapitulation (Beilage No. 36.) am Abendabgeschlossen wurde, ivelche der französischen Besatzung dieBedingungen von Landrecy zugestand; der Kommandant ObristAlliot übergab am Zistcn Juli den Platz den preußischen Truppen.
Obgleich die in der Festung Marienbourg vorgefundenen Dor-räthe nicht sehr bedeutend waren, so können doch die Vortheileder Einnahme dieses Ortes um so höher angeschlagen werden,weil durch den Angriff keine Zeit verloren, anderntheils dieKommunikation eröffnet wurde, die für die Erreichung größererZwecke unentbehrlich war.
Der 7ten Brigade wurden nunmehro die eroberten Plätze(Maubeuge, Landrecy und Marienbourg) nebst einem angemessenenBezirk um dieselben, als Kantonirungen angewiesen, und die engeEinschließung von Rocroy übertragen.
Die 6te Brigade wurde vor Givet gesendet, und dem Gene-ral-Major v. Krafft dort der Befehl über die Blokade-Truppenertheilt.