397
einen sehr heftigen Widerstand entgegen, der noch durch das Flan-kenfeuer des Geschützes aus der 'Festung MeziereS vermehrt wurde.
Da der Feind zu voriheilhaft verschanzt war, auch das Ar-tilleriefeuer nicht vollkommene Wirkung zu thun schien, so wurdeder Befehl zum Sturm gegeben. Dieser erfolgte unter der per-sönlichen Anführung des Majors v. Bödikcr, der mit den Zagernmir großen Anstrengungen die Mauern erstieg; ihnen folgte diePionnier-Compagnie No. 2 unter dem heftigsten Gewehrfeuernach; bald war das Thor erreicht, die Pallisaden geworfen, alleVerhaue und Verrammelungcn weggeräumt, und die Verschanzungwelche noch mit dem Bajonett vertheidiget wurde, erobert; dennobwohl sich der Feind nur auf die Vertheidigung des Thores be-schränkte, so konnte er der Tapferkeit der Angreifenden dennochnicht widerstehen; das Thor wurde theils überstiegen, theils nie-dergerissen, das Fußvolk drängte im Sturmschritt vor, die Rei-terei folgte und unterstützte es. Der Feind wollte noch in denStraßen der Stadt Widerstand leisten, was erreicht werdenkonnte, wurde mit dem Bajonett niedergestochen, und die Husarenüberwältigten die Mannschaft auf der Hauptwache, welche nochfeuerte, und sich vertheidigen wollte.
Die Hessen croderren einen Adler mit der Fahne, der Ge-neral Laplanche mit 18 Offizieren und dem größten Theil der Be-satzung wurde gefangen, nur wenige Franzosen erreichten MeziereS,außerdem war ihr Verlust an Todten und Verwundeten sehr be-deutend, auch wurden 32» Mann im Lazareth gefunden.
Die hessischen Truppen verloren an Todten den LieutenantPfeiffer und n Mann» verwundet wurden der Major v. Bödikcrund Zo Mann.
Die Einnahme von Charleville gewährte dem norddeutschenBundesCorps viele Vortheile, sie erleichterte die Belagerung vonMeziereS. Die hessischen Truppen bewährten ihren oft erprobtenRuch.
Es wurden von dem norddeutschen Bundes-Corps mehreremobile Kolonnen zur Beobachtung der noch nicht eingeschlossenen,nah'e gelegenen Festungen, Montmedy, Laon und RheimS abge-sendet. Die gegen Rheims abgesendete Kolonne unter dem Majorv. Bödiker marschirte am fiten Zull bis nach Launoy, am 6tenbesetzte sie die Stadt Rcthel, und traf am 7ten vor Rheims ein,sie besetzte diese Stadt am gtcn, zufolge einer mit dem französi-schen Kommandanten General Brasseur abgeschlossenen Ueberein-kunft; die Hooo Mann starke französische Besatzung zog sich bls