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Der General - Lieutenant Prinz von Hessen-Homburg ver-legte sein Hauptquartier nach Longujon, und sein Torps kantonirtein der dortigen Gegend.
Unter der Leitung Seiner königlichen Hoheit des PrinzenAugust von Preußen, wurden demnach in der kurzen Zeit vonzwei Monaten zehn Festungen eingenommen, nämlich: Maubeuge,Landrecy, Marienbourg, Philippeville, Rocroy, die beiden Giversund der Mont d'Haurs, MeziereS und Eharlcville, Montmedy undMedy bas, Sedan und Longwy. Um in den Besitz dieser Festun-gen zu gelangen, waren iZ Belagerungen erforderlich: denn nachder Einnahme der Stadt MeziereS, mußte noch die Zitadelle der-selben genommen werden, so wie nach der Einnahme der StadtSedan, auch noch das Schloß, welches auf einem steilen Bergeliegt, und sehr fest ist, zu erobern war, und nach der Einnahmeder Stadt Medy bas, mußte auch noch die obere Stadt oder daseigentliche Montmedy erobert werden.
Außer den sehr bedeutenden Munitions- und Dorräthen allerArt, wurden 429 Stück Geschütz erobert, nämlich:
in Maubeuge
76 Stück Geschütz,
in Landrecy
45 - -
in Marienbourg
20 — —
in Philippeville
3 o — -
in Rocroy
33 — -
in den beiden GivetS und dem Mont d'Haurs
20 — —
in MeziereS
63 - -
in Montmedy und Medy bas
43 - -
in Sedan
2g — —
in Longwy
63 - -
Alle genannten Festungen sind sehr fest, und gehören zu denfestesten in Frankreich; sie haben sich alle bis znr ernstlichen Be-lagerung vertheidiget, weshalb selbst diejenigen, welche nur geringeKenntnisse von der Fortifikation haben, leicht beurtheilen können,wie viel Kzrnst und Muth dazu gehörte, dreizehn solche Fe-stungen in Zeit von 6 Wochen zu erobern, besonders weil meh-rere Festungen auf einmal, meist mit weit weniger Truppen undArtillerie, als man gewöhnlich beim Angriff eines einzelnen Platzesbraucht, angegriffen wurden.
III. Die Festungen, welche von den russischenTrup-pen eingeschlossen und beobachtet wurden:
Es waren Metz, Thionville, Verdun, SaarlouisundSoissons; sie wurden von dem 6tcn Armee-Corps des