XII
Von den Kiefern heissen die vorderen Oberkiefer, Kinnbackenoder Fresszangen (mandibulae Taf. I Fig. ib und Fig. 2 g); sie ragen überdie Oberlippe vor und sind stets sehr stark und gross, zuweilen ausserordent-lich gross, entweder einfach oder gesägt oder gezähnt; dahinter oder darunterliegen die Unterkiefer oder Kinnladen (maxillae Taf. I/2h A 2 d. e. f), welche an der Wurzel hornig, am Ende leder-
u 3 L^/J^artig oder häutig und aus 3 mehr oder weniger deutlichen(Öffi Stücken zusammengesetzt sind, nämlich der Angel (cardo), die( . " j direkt an den Kopf stösst, dem Stiel (Stipes), der mit der
Mundteile Angel einen rechten Winkel bildet, und den Lappen (malaea°Kinn t , en b S zunge.’ maxillae), welche am Stiele sitzen und meist in zwei Teile, inciAng P e?! nt e S stiel, den äusseren (mala exterior) und den inneren (mala interior)kiefe P rs! n g eS Kirfer r -" geteilt sind. Am Ende der Unterkiefer sind nach aussen die
as er ' viergliedrigen, selten dreigliedrigen Kiefertaster (palpi maxil-lares Taf. I. Fig. 2 f) eingelenkt, neben welchen zuweilen noch ein innererzweigliedriger Taster oder ein zweigliedriger, mehr oder weniger taster-ähnlicher Lappen angebracht ist.
Der auf den Kopf folgende frei bewegliche Leibesabschnitt ist derHalsschild, auch Brustschild genannt (Taf. I Fig. il und Fig. 2n), der alserster Brustring zu betrachten ist. Seine Oberseite wird Vorderrücken(pronotum), seine Unterseite Vorderbrust (prosternum) genannt und dieRänder unterscheidet man als Vorderrand, Seitenrand und Hinterrand.Dieser Leibesabschnitt trägt das erste Fusspaar.
Der jetzt folgende Leib ist ein sehr zusammengesetztes Gebilde. Erbesteht einmal aus zwei Brustringen, die jedoch unbeweglich miteinanderverbunden sind, und dem Hinterleib. Der erste dieser Brustringe heisstMittelbrustring (mesothorax), trägt das mittlere Fusspaar und oben dieFlügeldecken, welche die Mittelbrust entweder ganz bedecken oder an ihrerWurzel ein dreieckiges Stückchen, das Schildchen (scutellum laf. IFig. 1 n) frei lassen. Die Oberseite im ganzen heisst Mittelrücken(mesonotum), die Unterseite Mittelbrust (mesosternum) Der zweite imLeib enthaltene Brustring heisst Hinterbrustring (metathorax); er trägtoben die Hinterflügel, unten das dritte Fusspaar; seine Unterseite heisstHinterbrust (metasternum), die weichhäutige Oberseite Hinterrücken(metanotum).
Der Hinterbrust breit angewachsen ist der meist aus neun Ringeln be-stehende Hinterleib (Abdomen). Die acht ersten Ringel tragen jederseitseine feine Atmungsöffnung (Stigma), zwischen dem letzten und vorletztenRingel öffnet sich der After als querer Spalt; der hintere Ring trägt dieGeschlechtsöffnung und ist infolgedessen häufig bei den männlichen Tierenanders geformt als bei den weiblichen. Die Oberseite des Hinterleibs, derRücken (dorsum), ist bei den mit vollständigen Flügeldecken versehenenKäfern weichhäutig, andernfalls ebenso hornig wie der Bauch (venter); eineMittelstufe ist der Fall, dass die Flügeldecken den letzten Bauchring nicht