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käfer an ihrer düsteren, meist schwarzen Farbe zu erkennen, während dieTagkäfer, die offen sich herumtreiben, in der Regel bunt gefärbt sind. Zu denNachtkäfern gehören namentlich viele Raubkäfer , z. B. Caraben, dann dieDunkelkäfer (Tenebrioniden), viele Staphylinen etc. Ein sehr beliebterAufenthalt vieler Nachtkäfer während des Tages sind freiliegende, demSonnenschein zugängliche Steine, die gleichsam Wärmflaschen vorstellen,unter denen sie einen sehr behaglichen Tagesschlaf ausführen.
Andere Käfer kann man Abend- oder Dä mmer un gsk ä fer nennen.Sie ruhen nachts , gehen am Tag ohne viel Aufhebens ihrer Nahrung nachund fangen abends an zu schwärmen; dahin gehören z. B. die meistenMelolonthiden und die grösseren Mistkäfer, wie Geotrupes.
Die Tagkäfer haben im allgemeinen die buntesten Farben, treibensich am offensten herum und sind am lebhaftesten und flüchtigsten im hellenwarmen Sonnenschein, während trübes, kühles und namentlich regnerischesWetter sie träg macht und manche auch veranlasst, sich zu verstecken.
Andererseits giebt es eine kleine Gruppe von Käfern, die man Regen-käfer nennen kann, weil sie ähnlich den Regenwürmern, Schnecken, Regen-molchen etc. bei Regenwetter zum Vorschein kommen; es sind das haupt-sächlich Raubkäfer, z. B. Procerus gigas, Procrustes coriaceus, die denSchnecken und Regenwürmern nachstellen gleich dem Regenmolch.
Mit Bezug auf die Jahreszeiten ist folgendes Verhalten für denSammler wichtig: den Winter verbringen die Tiere teils im fertigen, teils imLarven- oder Puppenzustand; seltener, wie es scheint, im Eizustand. DieLarven und Käfer halten dabei an versteckten Orten ihren Winterschlaf undnur die Larven der Telephorusarten erscheinen manchmal mitten im Winterauf dem Schnee.
Mit dem Abschmelzen des Schnees im März kommt Leben in die Käfer-welt und manche Arten müssen jetzt sofort gesucht werden, da sie sogleichihr Brutgeschäft beginnen und dann absterben, so dass man den ganzenSommer über nichts mehr von ihnen zu sehen bekommt, bis im Spätsommeroder im Herbst noch einmal, aber meist nur auf kurze Zeit, die neueGeneration auftritt. Derartige Käfer sind namentlich viele Caraben unddiejenigen Pflanzenfresser, die ihre Eier in Knospen und Triebe legen, alsozahlreiche Rüsselkäfer. Dabei hat man jedoch sich das zu merken, dassum die Zeit, in welcher diese Frühlingskäfer im Tiefland schon wieder ver-schwunden sind, nämlich Mitte Mai oder Juni, dieselben auf den Höhen derMittelgebirge erst in voller Saison sind und endlich, dass in den Alpen fürdiese frühesten Käfer die Saison um so später beginnt, je höher man hinauf-steigt. So wird im Juli , wenn in dem Tiefland die Caraben längst ver-schwunden sind, der Sammler dieselben in reichster Fülle in der Nähe derSchneegrenze finden, d. h. eben die Arten, die überhaupt so hoch hinaufVorkommen.
Eine zweite etwas spätere Gruppe sind die Blüt e n insekten, d. h.solche, die gleich den Bruchusarten jetzt ihre Ifier in Blütenteile ablegen,