Die Fundorte der Käfer nebst einzelnen BemerkungenUber den Fang*).
Die Fundorte sind zwar bei den einzelnen Arten der Gattungen specieltaufgeführt, allein für den Anfänger ist es doch von Wichtigkeit zu wissen ;wohin er seine Schritte zu wenden hat, um überhaupt Käfer zu finden. Esgiebt Hunderte von angehenden Sammlern, deren Vorräte fast nichts anderesenthalten als die Käfer, die auf den Wegen umherlaufen, und die auffälligstengrössten Blütenkäfer. Gehen wir nun deshalb die Hauptfundorte der Reihenach durch, wobei ich jedesmal etwaige besondere Massregeln beim Fanganführen werde. Von den Fanggerätschaften , dem Legen von Lockspeisenund Fallen, sowie von dem Aufziehen der Käfer soll in einem besonderenAbschnitt gesprochen werden.
1) Wege und Strassen. Diese sind ein Hauptfundort für viele Lauf-käfer der Gattungen Carabus, Harpalus, Poecilus, Feronia, Amara und Cicindela.Neben diesen Schnellläufern findet man die trägen Wegböcke (Dorcadion) undMaiwürmer (Meloe), von Rüsselkäfern Molytes, Otiorhynchus ligustici, Bary-notus, Liophloeus, die blutschwitzenden plumpen Wegblattkäfer (Timarcha),einzelne Chrysomela - Arten , Pillenkäfer (Byrrhus), dann begreiflicherweiseDungkäfer, besonders Staphylinus-Arten und von Aaskäfern hauptsächlichSilpha-Arten.
2) An Exkrementen und Dünger. Diese wenig appetitlichenGegenstände bergen eine reiche Käferfauna und hiezu muss der Sammlerweniger die Tierexkremente auf den harten Fahrstrassen, als die auf denweicheren Feldwegen und Viehweiden aufsuchen. Um das Ekelhafte derManipulation zu mindern, nimmt man entweder eine Metallpincette mit oderein Fischbeinstäbchen, das man in der Mitte so dünn geschabt hat, dass manes zu einer Zange zusammenbiegen kann. Gut ist es, wenn man noch miteinem Spaten die Erde unter dem Düngerfladen aussticht, nachdem mandiesen entfernt hat: man macht hier oft einen noch reicheren Fang. Auchmenschlichen Exkrementen wende man sein Augenmerk zu, denn einigeOnthophagus-Arten wird man selten an anderen finden.
Auf Viehweiden achte man auf die einem winzigen Maulwurfshäufchengleichenden Erdaufwiirfe, denn ausser Geotrupes-Arten steckt in solchen ofthandtief unter der Oberfläche der seltene Copris lunaris. Die Gattungen der
*) Anm. Hier empfehle ich dem Sammler: G. Jäger, Deutschlands Tierwelt nachihren Standorten eingeteilt. Stuttgart, A. Kröner 1874. Die Käfer sind dort nicht bloss an deneinzelnen Standorten und Futterpflanzen aufgeftihrt, sondern in eine Bestimmungstabelle nach denauffälligsten, dem Anfänger zugänglichsten Merkmalen, d. h. nach Grösse und Farbe gebracht. —