XXI
Dungkäfer sind sehr zahlreich und die Arten nicht minder. Keine Schwierig-keiten im Fang bieten die grossen Geotrupes, Gymnopleurus, die mittel-grossen Sisyphus, Sphaeridium, Bolboceras, Onthophagus, Oniticellus, Apho-dius und die glänzenden Hister. Schwieriger sind die flinken Kurzdeckel-flügler der Gattungen Staphylinus, Ocypus, Homalota, Aleochara, Tachinus,Xantholinus, Oxytelus, Philonthus, Platystethus etc. und die kleinen Cercyonund Monotoma-Arten zu greifen. Endlich um die interessanten Haarflügler(Trichopteryx), die kleinsten unserer Käfer, zu gewinnen, klopft man trocke-nen Kuhfladen über einem weissen Bogen Papier aus und fängt die anfangssich totstellenden Tierchen, sobald sie laufen, mit einem feuchten Pinsel, andem sie kleben bleiben.
3) An Aas. Zum Aerger des Käfersammlers trifft man solches — toteMaulwürfe ausgenommen — bei uns äusserst selten an, namentlich grösseres,weshalb man am besten zur Auslegung von toten Katzen und dergleichenselbst schreitet. Diese müssen aber gut mit Steinen und Dornen verwahrtwerden, damit die Füchse sie nicht fortschleppen, oder man verständigt sichmit einem Abdecker. An Aas findet man die Necrophorus-Arten, die meistenArten von Silpha, von Kurzdeckflüglern die Gattungen Ocypus, Philonthus,Aleochara etc., von kleineren Käfern Dermestes, Corynetes, Nitidula, Hister,Omosita, Choleva. Die Aaskäfer sind meist ziemlich flink, was die Arbeittrotz Pincette und allem sehr misslich macht. Reinlicher und sehr erfolg-reich ist das Eingraben tiefer glasierter Töpfe, über die man das Aas mitDornen und Reisig beschwert legt: was in den Topf fällt, kann nicht mehrheraus. Die seltenen Choleva-Arten erhält man fast nur auf diese Weise.
4) Unter Steinen giebt es reiche Käferernte; doch ist es ganz falsch,wenn man mit dem Aufheben von grossen, schweren Steinen Kräfte undZeit vergeudet, denn da findet man mehr Ameisen, Feldmäuse etc. als Käfer;im Gegenteil sind kleinere Steine, noch besser Häufchen kleinerer Steine, dieauf berastem Boden, besonders auf Viehweiden und an Wald- und Weg-säumen liegen, die besten. Hiebei muss man aber systematisch verfahren,wenn man Erfolg haben will. Man wählt sich einen geschickt liegendenflachen Stein aus und entfernt jetzt rund um ihn die anderen Steine, packend,was man dabei von Käfern erwischen kann. Was man nicht erwischt, sitztdann meist alles beisammen unter dem letzten hiezu ausgewählten Stein.Hat man viele darunter entwischen sehen, so legt man vor dem Aufhebendes letzten wieder ein paar Steine in einigem Abstand um ihn herum, unterdie sich versteckt, was neuerdings entwischt, und so bekommt man bei ge-nügender Vorsicht alles. Wer planlos die Steine umwendet, hat wenig Aus-sichten, kleine Caraben zu erhalten. Das häufigste Vorkommen unter Steinensind Laufkäfer der Gattungen Carabus, Procrustes, Calathus, Feronia, Amara,Harpalus, Anisodactylus, Poecilus, Dolichus, Brachinus, Anchomenus, Bembi-dium, Cymindis, Panagaeus, Lebia, Badister, Stenolophus, Callistus, Dromius,Trechus, Blemus, Olisthopus, Patrobus, Clivina etc. Den grossen Broscusvulgaris findet man nicht frei unter dem Stein, sondern in einer tiefen Erd-