XLV
geschnitten, sehr eben sein muss und nicht spannen darf. Der Falz ist sotief, dass nach Einlegung der Glasplatte diese vom Holzrand noch 2^2 mmüberragt wird. Um ebensoviel steht unten der Boden des Kistchens überdie Seitenteile vor, so dass der Boden des einen Kästchens wie ein Deckelin den Falz des andern hineinpasst. Jetzt ist jedes Kästchen der Deckel fürdas unter ihm stehende und man kann sie beliebig aufeinander türmen, ohneein Herunterfallen befürchten zu müssen; dabei sind sie in jedebeliebige Ordnung zu bringen, und Einschaltungen neuer Kistchenbei Vergrösserung der Sammlung stossen auf keinerlei Schwierig-keiten. Das oberste Kästchen erhält natürlich einen auflegbarenDeckel gegen das Licht. Diese Methode ist sehr billig, handlichund der Verschluss gut genug, wenn auch natürlich nicht absolutsicher, was aber eben auch fast von keinem andern Verschluss gilt. Derbeste Verschluss ist der nebenan abgebildete: der obere Rand des Kistchensbesitzt eine sogenannte Feder, die in eine Nut des Deckels einpasst.
Die Nut muss aber tiefer sein als die Feder, so dass ein freier RaumX entsteht. Dieser letztere wird mit vergifteter, d. h. mit Arsenik-lösung getränkter Baumwolle so gefüllt, dass die Feder fest auf dieBaumwolle aufgepresst ist. Selbstverständlich erfordert dieser Ver-schluss sehr sorgfältig gearbeitete Kistchen. Einfacher ist folgenderGiftverschluss, wobei jedoch Deckel und Kistchen durch Scharnier verbundensein müssen : man leimt (siehe nebenstehende Figur) auf Deckel und Kistchenje einen Selbandstreifen rundum auf und vergiftet diesen mit Arseniklösung.Scharnier und Schliesshacken müssen aber in diesem Fall sehr exakt ange-bracht sein, damit die Selband unter Pressung steht. Begreiflich ist, dass rwer seine Käfer vergiftet hat, nicht viel Sorge um guten Verschluss zu habenbraucht, denn hier handelt es sich nur um Abhaltung des Staubes.
Was die Aufbewahrung der Käfer selbst betrifft, so ist das wichtigsteund unerlässlichste, dass die Käfer der Einwirkung des Lichtes entzogensein müssen. Das Aufhängen von Kästen mit Glasdeckeln an den Zimmer-wänden behufs Dekoration ist somit unter allen Umständen zu verwerfen,die Käfer verlieren durch das Licht so viel an Glanz und Farbe, dass sienach einigen Jahren bemitleidenswert aussehen.
Nicht zu empfehlen ist, die Kästchen als Schubladen eines grösserenKastens zu behandeln. Da dieselben fast nie so genau gearbeitet werden,dass jede Schublade in jedes Fach verstellt werden kann, so ist man beiErweiterung der Sammlung, zu der eben oft genug das Bedürfnis kommt,ausserordentlich belästigt.
Hat man Einsatzkästen, wie ich sie oben beschrieben, so beugtman sie einfach aufeinander, aber höchstens bis zu zehn Stück, und stelltsie in einen Kasten mit entsprechenden Abteilungen. Hat man Kästchenmit Scharnier und Schliesshaken und stecken die Käfer mit der Zange ge-steckt in einem guten Holzboden, so kann man dieselben auch wie die Büchereiner Bibliothek stellen, bei lockerer Steckung ist dies aber nicht rätlich.