Band 
Erster Theil.
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oder an seinen Mauern zu sterben, sie glaubte ihren Schwur zubrechen, den sie gelobte an heiliger Stätte,

. Der KriegSrath willigte ein, und noch in dieser Nacht wurdeder Rückzug auf der Straße nach Moskau hin fortgesetzt; amiZten Sept. geschah der Marsch seitwärts nach Kaluga, dem Eu-ropa seine Befreiung verdankt; frohlockend folgte das feindlicheHeer, - sein triumphirender Einzug in Moskau vernichtete dieZweifel, über den unentschiedenen Sieg bei Borodino. Aberschmerzlich war jedem Russen dieser Tag des Rückzuges, und wohlnie wird die Erinnerung an ihn verlöschen mit dem Bilde jenerfeuerflammenden Hauptstadt.

Das anfänglich wenig beachtete Feuer, in der weiten, meist vonHolz gebauten, jetzt von Menschen verlassenen öden tzotadt, wüthetebald fürchterlich, und entriß dem siegenden Soldaten die geträumteBeste. .Der Kaiser Napoleon sah von dem hoher liegendenKreml diese Flammen und durch sie seine kühnsten Entwürfe zu-sammenstürzen — denn was ein edles und kräftiges Volk vermag,wenn es von Verzweiflung ergriffen wird, das sollte er hier er-fahren. .

Ein kraftvolles Volk giebt gern seine Mannschaft hin, zumKampf gegen fremde Herrschsucht, und hier stritt und fiel sie, dievaterländische Erde gleich einem Schilde deckend; aber wo ist dasVolk, das ungezählte Millionen Gefteswerch, den Reichthum, undden Wohlstand von einer Million Menschen, den Ursitz seinerHeiligthümer und Kunstschätze, den Stammort seiner Väter, diealte Hauptstadt seines unermeßlichen Reiches, aus freiem Willenden Flammen überzieht, um sie von der Schmach stolzer Entwei-hung, und sich selbst vor Unterjochung und Knechtschaft, sey esauch im schimpflichen Frieden, zu retten. Sie leuchtete aber auchjene unermeßliche Fackel, als ein Helles Vorbild dem ganzen Eu-ropa, und auf Grausen, Erstaunen und Bewunderung, ergriff dieSeele der Völker stumme Würdigung.

- I-icht Gleichgültigkeit unseres Zeitalters, weil es so reich angroßen wunderbaren Begebenheiten, es ist das ungekannte in allerGeschichte der ruhmwürdigsten Vorzeit nie gesehenes Werk, dessenfeuriger Glanz unser Auge verblendet, und das würdig anzuschauenspätern Zeiten und Menschengeschlechtern vorbehalten bleibt.

Zu spät bereitete der Held unseres Jahrhunderts, daß erHohn gesprochen der einfachen Kriegsregel: man müsse mit demZentrum nicht vordringen, so lange die beiden Flanken unbedecktsind. Sein Geist schien sich von den Wolken der MoskauischcnFlamme zu umnebeln, denn er verstrickte sich gänzlich in die Tie-fen des Irrthums: er führte nicht, wie er sollte, sein Kriegeheerschnell zurück, sondern er saß sechs volle Wochen, von denen jederTag ihm mehr verderblich wurde, ohne politischen noch militäri-schen Zweck auf seinem eroberten Schutthaufen, wahrscheinlich aufWunder harrend, die nicht geschehen wollten.

Rußland ermuntert durch das Gelingen seiner Plane, ver-stärkte täglich sein Kriegsherr. Nach weit zurückgelegten Märschendrang nun auch die Donau-Armee, geführt von dem Viceadmiral