Band 
Erster Theil.
Seite
16
JPEG-Download
 

eiiren berauschenden Sinn, der die Bilder der erhabensten Vorzeitvoi- das innere Auge führte. Zum Lohn für die tief erlitteneSchmach, war es Preußens Volk, über dem diese Morgenrötheeiner bessern Zukunft, aus ihrem dunkeln Schooße zuerst sich ent-hüllte. ,

Der König von Neapel führte nun die Trümmer des Hee-res, aus Gewohnheit noch immer die große Armee genannt, überWilna und Kauen an die Memel, von hieraus verfolgten die ein-zelnen Flüchtlinge nach eigenem Gutdünken die drei großen Stra-ßen durch Preußen nach der Weichsel hin und zwar:

der König von Neapel, der Vice-König von Italien, und diemeisten Marschälle eilten von Stallupöhnen über Gumbinnenund Znsterburg nach Königsberg;

ein geringerer Theil passirte über Goldapp und Heilsbergnach Marienwerder;

der Marschall Davoust und die baierschen Truppen unterG. d. K- Graf Wrede, obwohl sie bis dahin die Nachhut ge-bildet hatten, noch am meisten in Ordnung und zum Wider-stände geeignet waren, zogen über Lyk und Willenberg nach Plozkund Thorn.

Von diesen Zügen war aber die Mehrzahl der Generale, Of-fiziere und Soldaten, unfähig dem langsam nachrückenden Feindegroßen Widerstand zu thun, meist waren sie siech am Körper, derlangentbehrten Nahrung oder der eingeheizten Zimmer ungewohnt,und wurden selbst durch diese ein Raub des Todes, wie. jene mitTausenden von Leichnamen bedeckten Heerstraßen dies b> zeugten.

Nachdem nun mehrere Tage lang, die einzelnen Flüchtlingeauf diesen Wegen einander gefolgt waren, wurde es einsamer, undendlich rückte die. sogenannte Nachhut der großen Armee, ungefähr5 bis 600 Mann Fußvolk der alten französischen Garden mit2c« Pferden und 4 Stück Geschütz von 3 Marschallen befehliget,über Stallupöhnen und Gumbinnen nach Jnsterburg (den ListenDezember). Auch sie waren in einem so hülsiosen und traurigenZustande, daß sie nicht daran denken konnten sich zu vertheidigen,sie hatten sich nur um ihre National- und Militär-Ehre zuretten, die selbst in diesem bejammernswürdigen Zustande, in demnoch immer stolzen Soldaten der alten Garde nicht untergegangenwar, freiwillig vereinigt.

, Es eilte der König von Neapel schnell nach Königsberg vor-aus, und sein General-Intendant Graf Dumas kündigte daselbstden preußischen Behörden vier Kolonnen, jede von 23,000 Mannan, welche auf preußischem Boden die Winterquartiere beziehensollten. So versäumten-.die Befehlshaber selbst in diesem Augen-blick nicht, die West zu'täuschen; obwohl dsst. Litthauern und Ost-preußen die Wahrheit nicht verhehlt werden ffgnnte, so erhieltendie Franzosen doch dadurch Zeit, die Gemüther.der Deutschen zubearbeiten, um sie und ihre Fürsten vor dW großen und tieft»Eindruck zu bewahren, mnd den leichtgläubigen.^anzosen erzählenzu können, was mam für sie geeignet und gut chwlt.

Der König von Neapel hegte dazumal noch die kühne Hoff-nung,