Band 
Erster Theil.
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UM dort sein weiteres Schicksal durch die höhere Bestimmungseines KLnigs abzuwarten.

Diejenige Abtheilung der preußischen Truppen, welche unterdem Gen. Lieut. Massenbach bereits am 2g. Dez. in Tilsit ein-gerückt war, wurde dort noch am Zo. Dez. unter den Augen desMarschalls mit der Division Grandjean vereinigt. Zn der Nachtpom e!v. zum Zl. Dezember ging bei dem Gen. Lieut. Ma§>en-dach das Schreiben des Gen. Lieut. York ein, in welchem er vonder abgeschlossenen Uebereinkunst unterrichtet wurde; sie war auchauf seine Truppen ausgedehnt. Seiner eigenen Einsicht ward esüberlassen, darnach seine Maßregeln zu treffen. Als der GeneralMassenbach, das Kritische seiner Lage erwägend, schon entschlossenwar, augenblicklich durch die Nacht begünstiget sein Corps zu sam-meln, und sich auf irgend einem Punkte hinter die russische Vor-postenlinie zu ziehen, da wurde ihm gemeldet, daß der Marschallden Befehl gegeben habe, das ganze in Tilsit befindliche Corpsdie Nacht hindurch unter den Waffen aufzustellen. Der Gen.Lieut. Massenbach mußte in dieser unerwarteten Anordnung desMarschalls die Folge einer eingegangenen Nachricht von derUebereinkunst des Gen. Lieut. York und eine gegen sein eigenesVorhaben schleunig ergriffene Maßregel argwohnen. Es ergab sichaber später, daß der Marschall Macdonald nur die herumstreifende»feindlichen Reiterhaufen fürchtete, und keineswcges von dem Vor-gefallenen unterrichtet war. Deshalb berief der Gen. Lieut. Mas-senbach mit Tagesanbruch die Bataillon- und Esquadron-Chefszu sich, -eröffnete ihnen die Absicht, der Glockenschlag 7 am Mor-gen des Zi. Dez. war das Zeichen der Ausführung, das Fußvolk

marschirte an verschiedenen Stellen über die zugefrorne Memel,und auf deren rechten Ufer gegen Piktupöhnen hin, die Reiterei

und das Geschütz ging theils bei Ragnik über imd eben dahin,

theils nach Sommerau auf der Straße nach Znsterburg.

Lauter Zubel der russischen Truppen empfing die alten Freundeund Bundesgenossen, und alle Erinnerung war verschwunden, daßsich beide noch vor wenigen Augenblicken hartnäckig befeindet hatten.

So entschied denn das reiflich überlegte Unternehmen des Gen.Lieut. check über das Schicksal der französischen Armee; sie mußteschnell die neue Flucht antreten. Es frohlockte das Volk in Preußendem Gen. Lieut. Hork seinen Beifall zu, aber sah die Franzosennoch nicht als Feinde an, weil das Gebot des Monarchen sie nochnicht dafür erklärt hatte; großmüthig ließ man die Flüchtlingealle der Weichsel zueilen. Zwar wollte das Volk, daß man denentscheidenden Augenblick schnell benutze, aber des Königs weiseVorsicht gebot ihm, obwohl gegen eigene Neigung, das Eintreffender russischen Armee an der Oder abzuwarten. Der höher stehendeFürst ist es sich ftlbst und seinem Volke schuldig, jede leidenschaft-liche Uebereilung zu vermeiden. Wie hätte aber auch das preußi-sche Volk von seinem Könige, der den Glauben an eine Rettungnnd Wiedererhebung auch in der gefahrvollsten Zeit nicht unter-gehen ließ, und sich mit den empfindlichsten Opfern die Fortdauereiner Möglichkeit derselben erkaufte, ein Anderes erwarten können,