Band 
Erster Theil.
Seite
75
JPEG-Download
 

7ä

des colbergschen Regiments, welches letztere auf dem Weinbergesteten wird. Die ffte Esquadron des Husaren-Regiments, diegegenwärig in Eoswig stehet, erhält von mir den Befehl, bis indie Gegend von Piestritz zu rücken, und stößt zu dem lsten Ba-taillon des 2 ren ostpreußischcn Regiments, so bald dasselbe überPiestritz ankommt. Diese Esquadron bleibt während des Angrif-fes in den Intervallen zwischen jenen Bataillonen und dem Eich-walde.

Der Marsch der sämmtlichen Truppen muß mit der größtenStille geschehen, die Feldwachen bleiben stehen, die Feuer der al-ten Divouaqs werden unterhalten, und keine neue auf andernPunkten gemacht, das Tabakrauchen wird strenge untersagt.

Mit dem Glockenschlage 3 Uhr müssen alle Ko onncn zum Angriffbereit seyn, das Füsilier-Bataillon Funk greift zuerst an, das Feuerdesselben giebt das Zeichen zum Angriff der übrigen Kolonnen. So-bald der Feind aus der Vorstadt vertrieben ist, muß er nicht weiterverfolgt werden, und die Truppen suchen sich nur so zu stellen,daß sie nicht vom Hauptwall eingesehen werden, dem ungeachtetaber das Glacis übersehen, und bereit sind, einen Ausfall desFeindes abzuweisen. Die alten Feldwachen werden sodann einge-zogen, außer die Posten des linken Flügels bei Labötz, die unver-ändert stehen bleiben; die 3 Bataillone, so als Reserve dem Fü-silier-Bataillon von Funk folgen, werden nach geschehenem Angriffe,wenn es Tag geworden ist, ihre Lagerplätze, so wie die Husaren,ihre Quartiere angewiesen erhalten. Den ersten Tag bleiben dieBataillone, welche den Angriff gemacht haben, in den Vorstädten,dann aber findet die tägliche Ablösung der Bataillone statt. Fürden linken Flügel wird solche der General Diebitsch anordnen. DieArtillerie, welche für die Batterie des linken Flügels bestimmt ist,marschirt am i 7 ten Vormittag von Kropfstädt über Schmölken-dorf nach Rheinsdorf, und verbleibt dort so lange, bis die Bat-terien erbauet sind, und das Geschütz darin einrücken kann.

Der General Kasatschkowsky wird zu gleicher Zeit auf demlinken Elbufer den Brückenkopf beschießen, in so fern das Terraines zuläßt, und überhaupt den Feind so viel als möglich zu beun-ruhigen suchen, um seine Aufmerksamkeit zu theilen, der GeneralDiebitsch wird solches diesem General in meinem Nahmen be-kannt machen.

Die sämmtliche Bagage der preußischen Truppen bleibt vor-erst bei Thiesen stehen, und es wird noch bestimmt werden, wohinsie künftig kommen soll, der General Diebitsch wird bestimmen,wo dw russische Bagage auffahren soll.

Der Major Thiele wird die Kolonne des OberstlieutenantsSteinmetz, aus dem Lager des Major Funk, bis nach dem Eich-busch fuhren. Mein Hauptquartier ist, sobald dieser förmliche An-griff auf die Vorstädte anfangen wird, in Piestritz, wo auch derOberstlieutenant Steinmetz verbleiben wird, das Hauptquartier desGeneral Diebitsch ist in Traguhne.

Thiesen. den i^ten April. igl3.

(gezeichnet) von Kleist.