Allein wohl wäre es dem General Grafen Wittgenstein mög-lich gewesen, sogleich nach seiner Ankunft in Berlin, sein ganzesCorps zur Belagerung von Wittenberg zu verwenden, dieses Ortes,der nach den amtlichen Berichten des französischen GouverneursGeneral Lapopaye, an den Kaiser Napoleon zu eben dieser Zeiterst zur Festung gemacht wurde.
Eben so hätte man, da man sich durch wiederholte Unterre-dungen mit dem Gen. Licut. Frciherrn von Thielemann (durchdie General d'Auwray und Winzingerode) überzeugte, es werdedieser General Torgau, nicht ohne den Befehl des Königs vonSechsen, an die Verbündeten übergeben, diese Festung durch dasCorps des Generals Milleradowitsch oder Winzingerode, sogleichförmlich belagern müssen. Vielleicht hätte die Eroberung von Tor-gau den König von Sachsen zum Beitritt der Allianz bewogen,weil es sich wohl denken ließ, daß von dem verbündeten KriegS-heere, im Besitz von Torgau und Wittenberg, die Elbe selbst imFall eines Rückzuges behauptet werdet» könne, und da auf dieseWeise die Hälfte von Sachsen in der Gewalt der Verbündeten,und die andere Hälfte in der der Franzosen geblieben seyn würde,bei gleicher Wahl und Gefahr, der König von Sachsen dochvielleicht sich als deutscher Fürst, der Sache der Deutschen ange-schlossen haben würde. , -
Daß man, so wie viele glauben, da man einmal lm Besitzvon Sachsen war, die Erklärung des Königs von Sachsen nichtabwarten, sondern sogleich ohne diese, die sächsischen Militairkräftegewaltsam hätte zum Vortheil bilden und benutzen müssen, wäreim Geist jener Ansicht gewesen, welche dem Volke es gestattet,gegen den Willen seines Fürsten zu handeln. Es müssen jedochdie Monarchen ihren eigenen Völkern kein solches Beispiel geben,auch selbst baun nicht, wenn ihnen augenblicklicher Vortheil darausentstünde. Hier aber wäre es überdies unpolitisch gewesen, weilman durch solches Beginnen die Fürsteil des Rheinbundes, anstattsie zu gewinnen, sich gänzlich entfremdet, und sie nicht für Napo-leons Sache, sondern wegen der befürchteten Verletzung ihrer Für-sten-Rechte, zur hartnäckigsten Gegenwehr gereizt hätte. Auchwürden jene so gepreßten Soldaten, niemals den Kampf als fürihr eigenes Vaterland, sondern als gegen dasselbe angesehen, .undauch den Schein des Rechts gar bald verwischt haben.
Man hätte ferner nicht die geringen StreiftorpS von Kosakenund der leichten Reiterei ganz allein nach dem nördlichen Deutsch-land schicken müssen, sondern es mußten die Verbündeten, auch beigenauer Erwägung ihrer damaligen geringen Streitkräfte, dennoch«in b deutender«» Corps daselbst ausstellen, und es war die SacheEnglands und Schwedens,^ sich dabei thätiger zu beweisen, umdem Kaiser Napoleon die Streitkräfte zu entziehen, welche er auSder Aasten Milirar-Division, und aus Wesiphalen und den han-novrischen Ländern zog; man hätte sich das wichtige Hamburg er-halten, und dieser Stadt ihr späteres unglückliches Schicksal er-sparen. muffen.
Bei dem Marsch von der Mulde zur Saale, war es (obwohl