Band 
Erster Theil.
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Massen Fußvolk auf beiden Straßen vor, mit seiner Hauptmacht.aber vorzüglich auf der kleinen Straße, von Arnoldömühle gegen. das Dorf Neukirch, wo ihn bis an die Lohe nichts aufhielt. Eshatte der Gen. v. Schüler bei der Brücke über die Lohe, weil erhier den Hauptangriff vermuthete, zwei Reserve - Bataillons (vonBornstädt und v. Stengel) und 8 Stück Geschütz rechts und linksvon der Landstraße aufgestellt, und das Dorf Neukirch selbst mitScharfschützen beseht; der Feind bemächtigte sich des einige hun-dert Schritt vor der Front liegenden Dorfes Neukirch, welchesdiesseit mit 4 6 pf. Haubitzen mit sehr sichtbarer Wirkung bewor-fen wurde. Die feindlichen Massen drängten sich nun nach demAusgange des Dorfes, wo sie aus dem sämmtlichen hier aufge-stellten Geschütz (8 Kanonen) mit Kartätschen mit großem Er-folge beschossen wurden. Sobald der Feind indeß einiges Terraingewonnen hatte, marschirte er in Linien auf, und es entstand nunauf der ganzen Linie ein sehr heftiges und ununterbrochenes klei-nes Gewehrfeuer, wobei der Feind ebenfalls einen bedeutendenVerlust erlitt.

Da sich derselbe mit jedem Augenblick verstärkte, so zog derGen. v. Schüler noch das Reserve-Bataillon des Majors Carlo-witz heran, darauf machte der Feind einigemal den Versuch, denFluß Lohe zu durchwaten, und die diesseitige Linie mit dem Da-jonet zu durchbrechen, allein er wurde jedesmal zurückgeworfen,obwohl die preußischen Truppen sämmtlich Rekruten und zum er-stenmal im Feuer waren. Und so ward denn diese Stellung solange behauptet, bis die Nacht diesem Gefechte, welches mit soungleichen Kräften geführt wurde, endlich ein Ende machte, ohnedaß es dem Feinde gelungen war, das kleine preußische Corps zuüberwältigen.

Da nun auf keine Verstärkung des Corps zu rechnenund dagegen vorauszusehen war, daß die Franzosen mit Tages*änbruch mit bedeutender Uebermacht aufs neue angreifen, und aufmehreren Punkten zugleich den Uebergang erzwingen würden, sofand es der Gen. v. Schüler nothwendig, sich noch während derNacht aus einer so mißlichen Lage zu ziehen. Er gab hieraufden Befehl zum Rückzüge, welcher auch mit der größten Ordnung,ohne vom Feinde entdeckt und beunruhiget zu werden, gegen nUhr des Nachts glücklich bewerkstelliget wurde; die Truppen sam-melten sich auf dem Schweidnitzer Anger bei Breülau, und UMallen möglichen Unordnungen vorzubeugen, marschirte das Corpsnicht durch die Stadt, sondern um selbige herum über denSchweidnitzer Anger, nach dem eine Stunde von Breölau vordem Ohlauer Thore liegenden Rothkretscham, wo die Vorposten aus-gestellt wurden, und von wo aus es nach einigen Stunden Ruhe,seinen Rückzug bis nach Ohlau fortsetzte, woselbst der Generalv. Schüler sein Hauptquartier nahm, und seine Verbindung mitdem Hauptheere bewerkstelligte.

Aus der einfachen Erzählung ergiebt sich, wie dies ungleicheGefecht wohl keinen glücklichern Erfolg haben konnte, und es dem-nach dem preußischen CorpS zur großen Ehre gereicht, weil es