Band 
Erster Theil.
Seite
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liche Stellung zu erkennen, und er erkannte, daß die Franzosenvor den Thoren der Stadt in einer wohlgewählten Stellung, denArtillerie-Park in einem Viereck aufgefahren hatten, in desseninnerem Raume sich nach türkischer Gewohnheit das Fußvolksicher aufgestellt. Außerdem war die eine Seite dieser Wagen-burg noch durch nahe liegende Gärten, die andere durch einenhohen Weg mit tiefem Graben, so wie die Mitte durch die Näheder Stadt, bis zu der Loo Schritt waren, gegen Reiterei-An-griffe sehr Vortheilhaft gedeckt.

Allein es verachtete der kühne Führer der russischen Reitereialle diese Vorsichtsmaßregeln, und trotz der Ermüdung eines Mar-sches von lZ deutschen Meilen, der in 80 Stunden zurückgelegtworden war, beschloß der General Tschernischef den Angriff, theilsweil er den weiten Weg nicht umsonst gemacht haben wollte, dochbesonders weil die Rückkehr seinen Truppen, den Muth zu künfti-gen Unternehmungen genommen haben würde, und es galt über-dies einen schnellen Entschluß, weil noch ein anderer feindlicherTransport von 4000 Mann Fußvolk und 400 Pferden begleitet,nur noch wenige Meilen von Halbcrstadt entfernt war.

Die Anordnungen zum Angriff waren die nachfolgenden: dasRigasche Dragoner-Regiment und 2 Kosaken-Regimenter wurdenbeauftraget, den Feind von der Stadt abzuschneiden, das IsumzscheHusaren-Bataillon und ein Kosaken-Regiment waren zum An-griff bestimmt, während noch ein Kosaken-Regiment zur Beobach-tung des anrückenden feindlichen Transportes, auf die große Straßenach Braunschweig geschickt wurde. Die erste Kolonne führte ih-ren Auftrag, den Feind von der Stadt abzuschneiden, sehr glück-lich und geschickt aus, indem sie sich in kurzer Zeit, durchs ausge-zeichnete Tapferkeit des Stadtthors bemächtigte, die andere Ko-lonne hingegen umzingelte das Lager, und es entstand eine seheheftige doch ungleiche Kanonade, die Franzosen beschossen die Russe"aus >4 Stück Geschütz, worunter 10 Stück i2pf. waren, und diesekonnten ihnen nur aus 2 Stück 6pf. Kanonen antworten, dw je-doch durch den Major Bogdanswitsch (vom Generalstabe) so vor-theilhaft gestellt waren, und so gute Wirkung thaten, daß sehrbald L feindliche Pulverwagen in die Luft flogen und auch eineKanone demonrirt wurde. Um diese Zeit wurde dem GeneralTschernischef gemeldet, es rücke bereits der andere Transport vo»Vraunschweig heran, deshalb beschloß er durch einen allgemeine»Angriff mit allen seinen Streitkraften auf das feindliche Viereckdiesem Gefechte ein entscheidendes Ende'zu machen. .

Es griffen nun die Z Regimenter leichter Reiterei das Viereckvon allen Seiten zugleich, und auf das heftigste an, und durchihre ausgezeichnete und beharrliche Tapferkeit gelang es ihne»endlich, in das Viereck einzudringen, einen Theil der feindliche»Truppen niederzuhauen, die andern gefangen zu nehmen, so daßder Feind, welcher 1600 Mann stark war, gänzlich aufgelöstwurde. Es wurde der Divisions-General v. Ochs, "rc> Offizier-und 1000 Mann gefangen genommen, ig Kanonen, 8" Pulver-wagen und jjoo Train-Pferde erobert, Der russische Vertu»