Band 
Zweiter Theil. Dritter Band.
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solle, und die Festung entsetzt werden soll; bis dahin aber sie zuhalten, ist von der äußersten Wichtigkeit, indem hiervon der Er-folg einer ganzen Kampagne abhängt. Unter dieser Zeit erhalteich meine großen Renforts, als wie auch die Zufuhr von Lebens-mitteln, und kann überzeugt sein, den Feind zum Weichen zu brin-gen, ohne jetzt nöthig zu haben, etwas en pri86 zu setzen...."

Ob der General sich selbst in seinen Hoffnungen getäuschthat, oder ob er das preußische Gouvernement absichtlich hat täu-schen wollen, um es abzuhalten, an einen Separat-Frieden zudenken, oder ob er dem Gouverneur von Danzig mit solchen Ver-heißungen hat den Muth einflößen wollen, die Vertheidigung aufdas Aeußerste zu treiben, mag dahingestellt bleiben. Jedenfallsgeht aus jenem Schreiben hervor, daß dem General Bennigsendie Wichtigkeit von Danzig vollständig aufgegangen war.

Um nun zu beurtheilen, was der General en Chef zumEntsatz von Danzig Ende Aprils leisten konnte, wird es noth-wendig, die Lage der Armeen augenblicklich ins Auge zu fassen.

Die russisch-preußische Armee hatte den Rest des Märzesund im April ruhig in den früher angegebenen Kantonirungengestanden; nur Vorposten-Neckereien hatten angedeutet, daß keinWaffenstillstand zwischen beiden kriegführenden Armeen geschlossenworden sei.

An der Retablirung des L'Estoccsschen Korps war auf dasThätigste gearbeitet worden; bereits am 10. April war das Korps,bis auf einen geringen Theil der Kavallerie, vollständig komple-tirt, eine reitende, 2 —6 pfündige Fußbatterien, 2 reitende 3 pfün-der und ein Pontontrain neu geschaffen worden. Die»Füsiliererückten wieder zu den Vorposten-Brigaden, die Musketiere undGrenadiere wurden zum Gros zurückgenommen, und ein Vor-posten -Soutien aus allen Waffen unter dem General Stutter-heim organisirt. Ein Postenkordon längs der Haffküste sicherteden Rücken des Korps gegen feindliche Landungen, bis die Er-oberung der freien Schifffahrt auf dem Haff die Zurücknahmedesselben gestattete. Die Verpflegung des Korps hatte Anfangsgroßen Schwierigkeiten unterlegen, da die Wege sehr schlecht undder größte Theil der Landfuhren zum Dienst der russischen Armee